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Blutrote Küsse - Jeaniene Frost

Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Di 12. Apr 2011, 14:53 
Administratorin
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Registriert:
Do 11. Mai 2006, 15:08

Beiträge: 6379

Wohnort:
Berlin
Blutrote Küsse

Jeaniene Frost

Originaltitel: Halfway to the Grave
Verlag: Blanvalet
ISBN: 344226605X
Euro: 7,95
Veröffentlichungsdatum: September 2009
Seiten: 416
Serie: Night Huntress/ Cat und Bones 01
Come in: Gewonnen


Bild Bild




Klappentext/ Inhalt:
Eine coole Vampirjägerin, jede Menge Action und eine schier unmögliche Liebe ...
Da war er, der Pakt mit dem Teufel! Der Vampir schaute sie verführerisch und bedrohlich zugleich an. Wenn sie sein Angebot ablehnte, wäre für ihn Happy Hour und sie der Drink. Wenn sie zustimmte, würde sie jedoch ein Bündnis mit dem absolut Bösen eingehen ...



Die Autorin:
Jeaniene Frost

Ihre Homepage: http://jeanienefrost.com/
Jeaniene Frost lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund in Florida. Obwohl sie selbst kein Vampir ist, legt sie wert auf einen blassen Teint, trägt häufig schwarze Kleidung und geht sehr spät zu Bett. Und obwohl sie keine Geister sehen kann, mag sie es, auf alten Friedhöfen spazieren zu gehen. Jeaniene liebt außerdem Poesie und Tiere, aber sie hasst es zu kochen.



Inhalt


Catherine "Cat Raven" Crawfield ist eine Halbvampirin - das Produkt aus einer zweiundzwanzig Jahre zurückliegenden Vergewaltigung. Die Schuldgefühle, die sie von ihrer Mutter mit auf den Weg bekommen hat, nutzt die junge Frau dazu, männliche Vampire zu töten. Dazu reißt sie sich eben jene in Bars auf und pfählt sie in einer dunklen Gasse.
Als sie dem jahrhundertealten Vampir Bones über den Weg läuft, ist der gar nicht davon begeistert, Konkurenz bekommen zu haben. Denn er selbst arbeitet als untoter Kopfgeldjäger und bestraft jene Artgenossen, die sich nicht an die Regeln halten.
Als er Cats Abstammung bemerkt, schlägt er ihr einen Handel vor: Entweder er tötet sie an Ort und Stelle oder sie willigt ein, sich von ihm ausbilden zu lassen. Gemeinsam würden sie dann auf die Jagd gehen - als eine verführerische Schönheit, die sich zu behaupten weiß und ihrem mysteriösen Beschützer im Hintergrund.
Cat willigt ein und schon bald machen sich beide an ihren ersten Fall. Ein vampirisch geführter Menschenhandel muss gestoppt werden. Dabei stehen ihnen aber nicht nur untote Feinde und Cats Exfreund im Weg, sondern auch ihre füreinander aufkeimenden Gefühle.


Cover


Die gelernte Grafikerin Anke Koopmann hat unter Verwendung von http://www.shutterstock.com/ das Cover zusammengestellt. Sie wurde 1982 geboren, lebt in München und hat schon für einige Buchcover Illustrationen angefertigt. 2008 gründete sie http://www.guter-punkt.de/. Vorbeisehen lohnt sich, einige ziemlich bekannte Cover gehen auf die Agentur zurück.
Das Cover zu "Blutrote Küsse" passt auf jedenfalls zum Genre und im Erscheinungsjahr war es durchaus auch einzigartig. Ich würde mir die Heldin des Romans zwar nicht so wie das Mädchen auf dem Cover vorstellen, aber es ist versucht worden, eine Ähnlichkeit herzustellen. Auch Cat hat grüne Augen und rotes Haar.
Ob die Stadt so gut passt, wage ich zu bezweifeln, ich hatte eher ländliche Gegenden im Kopfkino.
Alles in allem ist es jedoch sehr ansprechend und lässt sicher die richtige Zielgruppe stehen bleiben.



Meinung


Der Beginn des ersten Teiles der Night-Huntress-Serie verspricht zunächst einiges, enttäuscht allerdings schon nach wenigen Seiten durch seine holprige Sprache und eine in sich nicht ganz stimmige Heldin. Hätte ich nicht die gesamte (deutsche) Serie gewonnen und mich dadurch gezwungen weiterzulesen, es wäre nach spätestens fünfzig Seiten Schluss gewesen. Im Nachhinein betrachtet, glaube ich, dass es wohl am wahrscheinlichsten daran liegt, dass ich inzwischen schon zu viel im Genre gelesen habe, um mit dieser Handlung, Heldin und der Paarkonstellation noch klar kommen zu können.
Cat ist eine junge, sehr naive Frau, die bei ihren Großeltern lebt und sich mit ihrer Mutter Zimmer und Bett teilt. Die Beziehung zu der Frau, die sie nach nur fünf Monaten zur Welt gebracht hat, ist stets angespannt. Einerseits gibt es hier und da mütterliche Ratschläge, andererseits fürchtet die Frau auch Cats schwarze Seele. Unverständlich an dieser Stelle für mich dann, dass sie sie dennoch so dicht an sich herankommen lässt; es braucht schon ziemlich viel Vertrauen, neben jemandem einzuschlafen.
Die Halbvampirin versucht ihren Schuldgefühlen aus dem Weg zu gehen, indem sie Untote jagt. Schon am Beginn muss sich der Leser dazu auf einen ziemlichen unreifen Dialog einlassen, den Cat in einer Bar mit einem potentiellen Opfer führt. Dass sie bei ihrem Tun mehr Glück als Verstand hat, spürt der geübte Leserblick schnell. Aus irgendeinem Grund gibt es hier auch nicht eine einzige Vampirin, während die Männer dieser Gattung schon fast gegenseitig über die Füße der anderen stolpern. Ganz zu schweigen von den menschlichen ...
Schließlich kommt Bones ins Spiel, ein zunächst taffer, übermächtiger Mann, der Cat zum Abendmahl verspeisen könnte (und würde). Doch auch er ist nicht so ganz das, was uns hier verkauft werden soll. Aber immerhin hat sich die Autorin für ihn mehr Zeit genommen, als für ihre Heldin, die ziemlich platt daher kommt und über die nicht besonders viel gesagt wird.
Nachdem der Handel in Kraft getreten ist und Cat nun in Kampfeskünsten ausgebildet wird, gelingt es Frau Frost leider immer noch nicht, aus altbekannten Klischees auszubrechen.
Am peinlich-unpassendsten empfand ich den "Dirty Talk": Cat soll lernen, nicht gleich rot zu werden, wenn jemand etwas anzügliches zu ihr sagt. Also nimmt Bones all die Wörter in den Mund, für die man uns als Kind den Mund mit Seife ausgewaschen hätte. Diese Überschreitung gewisser Grenzen ist es aber offenbar, die viele Leser so ansprechend finden. Cat tut etwas, was wir kaum wagen würden.
Es ist sicher nicht verwunderlich, dass beide irgendwann zusammen kommen, dies geschieht jedoch ziemlich überraschend. Und es wird im Nachhinein gesagt: "Ich habe dich immer schon geliebt." Das mag sein, aber es ist unheimlich schade, dass dies eben nur genannt, aber leider nicht gezeigt worden ist. Gerade bei einem (Übungs-)Kampf, wenn sich Gegner auch körperlich nahe kommen, hätten sich doch viele sinnliche Momente angeboten. Solche verschenkten Chancen regen den Unmut des Lesers an, nicht sein Wohlgefallen.
Am Schrecklichsten jedoch ist die Entwicklung der Heldin. Nicht etwa, dass sie Selbstbewusstsein entwickelt oder zumindest einen Teil ihrer Naivität verliert. Sie lässt sich von Bones gängeln und in Nuttenfummel stecken, steckt ebenfalls eine ganze Menge blauer Flecken ein, die er ihr verpasst und lässt sich dann doch immer und immer wieder von ihm retten.
Hier muss ganz deutlich gesagt werden: Nur, weil man einer Frau (oder einem Mann) eine Waffe in die Hand drückt und ihr "dirty words" am laufenden Band in den Mund legt, wird sie nicht zur souveränen, unheimlich selbstsicheren Kriegerin. Kämpfen und Gewalt anwenden kann jeder, aber im Verhalten anderen und sich selbst gegenüber wird deutlich, was eine moderne, taffe Frau ausmacht. Dieses Weibchenprinzip, das hier dargestellt und von Cat extrem gelebt wird und schließlich zu einer Männerfantasie ausartet, hat absolut nichts mit einer modernen, innovativen und durchsetzungsfähigen Frau zu tun.
Die teilweise sehr unpassend in die Handlung eingewobenen erotischen Szenen übrigens können genauso überblättert und quer gelesen werden, wie der Anfang des Romans auch.
Mittig hebt sich ein wenig der Groll und es wird zumindest spannend und zackig erzählt, so dass das letzte Drittel in einem Rutsch durchgelesen werden kann. Die Andeutungen am Ende lassen mich wahrscheinlich zu Band zwei greifen, ich rechne jedoch nicht damit, dass mich dieser mehr begeistern wird.
Der Hype, der um diese Serie gemacht wird, kann einzig und allein nur am grandiosen Marketing liegen.


1. Blutrote Küsse (Halfway to the Grave)
2. Kuss der Nacht (One Foot in the Grave)
3. Gefährtin der Dämmerung (At Grave's End)
4. Der sanfte Hauch der Finsternis (Destined for an Early Grave)
5. Dunkle Sehnsucht (This Side of the Grave) (Deutsch: 15.08.2011)




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