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| Autor: | Soleil [ Mi 02. Dez 2009, 13:04 ] |
| Betreff des Beitrags: | Die Dämonenseherin - Brigitte Melzer |
Interview mit Brigitte Melzer Wir danken der Autorin ganz herzlich für dieses Interview! Wer noch mehr Fragen zu, mit und rund um Brigitte Melzer hat, der kann auch ihre Homepage besuchen. http://www.brigitte-melzer.de/ ![]() Die Gemeinschaft der Seher hat ein großes Problem: Durch ein verunglücktes Experiment ist es fünfzehn Probanden gelungen, mit einem Dämon im Körper zu entkommen. Nachdem einige von ihnen gegen das Wesen in ihnen nicht länger standhalten konnten und es zu einem Blutbad gekommen ist, wird Logan Drake, Agent einer Spezialeinheit, beauftragt, die restlichen Flüchtlinge einzufangen. Die gesamte Rezension kann HIER nachgelesen werden. Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen? Was für einen Menschen sollte man vor Augen haben, wenn man den Namen „Brigitte Melzer“ hört? Ich bin 1971 in München geboren, wo ich immer noch lebe. Nach einem Umweg über den Einzelhandel habe ich ins Bankenwesen gewechselt und dort 17 Jahre gearbeitet. Seit Sommer 2007 widme ich mich voll und ganz dem Schreiben, das ich im Laufe meiner Arbeitsjahre für mich entdeckt hatte. Als Privatmensch habe ich im zarten Alter von 12 Jahren zum ersten Mal einen Blick in die Rollenspielwelt erhascht. Damit hat auch mein Faible für Fantasy-Geschichten begonnen. Ansonsten lese ich gerne, bin ein großer Kinofan, treffe mich mit Freunden und mag Urlaube in den USA und Schottland. Obendrein habe ich das Glück, einen Mann zu haben, der meine Hobbys teilt und mich nach Kräften unterstützt, wenn es darum geht, mir auch in stressigen Zeiten den nötigen Freiraum zum Schreiben zu verschaffen. ![]() Sie haben ebenfalls Romane unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht. Warum war dies notwendig? Führt es nicht eher zu Verwechslungen, denn es ist ja doch ein und die selbe Person ...? Würden Sie Neuautoren zu Pseudonymen raten? Die Pseudonyme sind entstanden, um die Trennung der verschiedenen Genres deutlich zu machen. Als Brigitte Melzer schreibe ich Fantasy, Morgan Grey ist für Abenteuer im alten Schottland zuständig und Kate Logan kümmert sich um Geistergeschichten im modernen Amerika. Durch die verschiedenen Namen weiß der Leser gleich, welche Art von Geschichten sich dahinter verbergen. So erwischt der Fantasy-Leser nicht versehentlich einen Schottland-Roman und der Schottland-Fan landet nicht ahnungslos bei Vampiren, Zauberern, Kriegern oder Wolfsbestien. Durch die Trennung nach Genres gab es bisher auch keine Verwechslungen. Ob ein Pseudonym für einen neuen Autor sinnvoll ist, oder nicht, lässt sich so einfach nicht sagen. Das hängt von zu vielen Faktoren ab, um mit einem bloßen Ja oder Nein antworten zu können. Vor 10 Jahren noch hätte ich gesagt, dass man unbedingt ein amerikanisch klingendes Pseudonym nehmen sollte, da (zumindest in bestimmten Genres) kaum jemand nach einem deutschen Autor greifen würde. Die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert und deutsche Autoren stehen hoch im Kurs. Welche Gründe könnte es sonst geben, die für ein Pseudonym sprechen? Man findet seinen eigenen Namen scheußlich und möchte ihn lieber nicht auf einem Buchdeckel sehen. Man schreibt Kinderbücher aber auch Erotikromane (in dem Fall würde ich auf jeden Fall zum Pseudonym raten). Die Frage, ob Pseudonym oder nicht, würde ich schlicht mit dem Verlag besprechen. Welche Ziele hat man selbst mit seinem Roman? Was will der Verlag damit erreichen? Will man als Person in die Öffentlichkeit treten, oder soll niemand erfahren, wer dahinter steckt? Lektoren haben viel Erfahrung und können auch in dieser Hinsicht wunderbare Ratschläge geben. Wie holen Sie sich Ihre Inspiration? Woher kam die Idee, eine junge Seherin aus dem Untergrund mit einem Dämon auszustatten? Inspiration kommt aus allen Ecken und Lebensbereichen, man muss nur die Augen offenhalten, um sie zu erkennen. Woher genau die Idee mit den Sehern kam, kann ich im Nachhinein gar nicht mehr sagen. Das war einer dieser Einfälle, der plötzlich aufgetaucht ist und sich dann langsam ausgeweitet hat, bis mir bewusst wurde, dass ich da einen wunderbaren Hintergrund für einen Roman habe. "Die Dämonenseherin" spielt in Edinburgh: Haben Sie die Stadt je persönlich besucht? Wenn ja, wie hat sie Ihnen gefallen, welche Eindrücke konnten Sie mitnehmen? Ich war mittlerweile mehrmals in Edinburgh und muss sagen, dass es für mich eine der schönsten Städte ist, die ich kenne. Ich liebe das Flair und den Geruch des alten Schottlands, der einem an jeder Ecke entgegenschlägt. Obwohl die Stadt modern ist, hat man – gerade im Stadtzentrum – ständig das Gefühl, dass ein Schritt genügt, um einen ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit zu katapultieren. Abgesehen davon sind die Schotten ein unglaublich freundliches und herzliches Volk, das mich garantiert noch öfter sehen wird. Auf Ihrer Homepage ist nachzulesen, dass Sie auch schon mal Schwertkampf im eigenen Wohnzimmer üben, um zu sehen, ob sich Phantasie und Realität nicht zu sehr mischen. Gab es bei der "Dämonenseherin" ebenfalls Dinge, die recherchiert werden mussten? Welche waren es? Für „Die Dämonenseherin“ haben sich meine Recherchen in erster Linie auf Technik beschränkt – dabei ging es mir ganz besonders um Bewaffnung und Ausrüstung. Vieles davon ist nicht in den Roman eingeflossen, aber um ein Gefühl für das Team zu bekommen, musste ich wissen, wie Logan und sein Team ausgerüstet sind, welche Waffen sie tragen, Fahrzeuge usw. Dabei habe ich mich an die Ausrüstung gehalten, die auch die Spezialeinheiten der British Army benutzen. Wie lange haben Sie ungefähr an dem Roman gearbeitet (mit Vorbereitung)? Die Vorbereitungszeit ist schwer zu schätzen, da ich Ideen bereits sammle, wenn ich noch an anderen Projekten arbeite. Alles in allem würde ich sagen, dass es – inklusive Überarbeitung - ungefähr vier bis fünf Monate waren. Benötigen Sie eine bestimmte Atmosphäre beim Schreiben? Ja. Allerdings ist das von meiner Tagesform abhängig und deshalb jeden Tag anders, sodass ich selbst erst einmal herausfinden muss, was gerade gefordert ist. Es gibt Tage, an denen muss ich Musik hören, an anderen Tagen brauche ich Totenstille. Manchmal geht es nur mit Literweise heißem Tee, einen Tag später muss es Kaffee sein, oder Wasser… Wie wichtig ist für Sie die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Verlag? Steht und fällt beispielsweise ein Projekt mit der persönlichen Beziehung zwischen Autor und Lektor? Wie in jedem anderen Job ist auch im Schreiberleben eine professionelle Arbeitseinstellung gefragt, bei der die Beziehung zum Verlag keinen Einfluss auf die eigentliche Arbeit haben sollte. Dass es natürlich viel besser und angenehmer läuft, wenn die Zusammenarbeit reibungslos verläuft, Lektoren und Verleger sympathisch und auf einer Wellenlänge mit einem selbst sind und man aus dem Verlag generell Unterstützung erfährt, ist auch klar. Glücklicherweise befinde ich mich in der wunderbaren Situation, dass all die positiven Eigenschaften, die man sich von Kollegen, bzw. Geschäftspartnern wünscht, auf meine Verlage zutreffen. Insofern hätte ich es nicht besser treffen können. Wird es ein Wiedersehen mit der Welt der Seher geben? Vielleicht mit Logans Bruder Devon Drake und der (Liebes-) Geschichte mit seiner Frau Jackie? Die Möglichkeit einer Fortsetzung besteht durchaus. Ob etwas daraus wird, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Sobald es spruchreif ist, stelle ich die Information auf jeden Fall auf meiner Website (http://www.brigitte-melzer.de) online. "Kennen" Sie Ihre Leser, wissen Sie, wer überwiegend Ihre Bücher kauft? Richten sich Ihre Bücher an eine bestimmte Zielgruppe, wenn ja, welche und wenn nein, wem würden Sie Ihre Bücher dann empfehlen? Gibt es eine bestimmte Art Leser, die Sie sich wünschen würden? Aus Emails, die mich von Lesern regelmäßig erreichen, kann ich in etwa abschätzen, dass sich die Kerngruppe meiner Leser von 12 bis etwa 40 Jahren erstreckt (zumindest sind das die Altersgruppen, die am häufigsten Kontakt zu mir aufnehmen) und in erster Linie weiblich ist. An welche Zielgruppe sich meine Bücher richten? An jeden, der Spaß an fantastischen, spannenden, abenteuerlichen Romanen hat, in denen auch zwischenmenschliche Beziehungen nicht zu kurz kommen, ohne dabei überhand zu nehmen und die Haupthandlung zu überlagern. Eine bestimmte Art von Leser wünsche ich mir nicht. Das würde ja bedeuten, dass ich meine Bücher nur eingeschränkt empfehlen könnte. Als Leser wünsche ich mir jeden, der Bücher mag – seien es nun Fantasyfans oder einfach jene, die einmal in die Fantasy hinein schnuppern möchten (um vielleicht daran hängen zu bleiben). Warum sollte man als Autor viel lesen? Man lernt dabei sein Handwerk und findet heraus, welche Tricks und Kniffe funktionieren. Ganz davon abgesehen, dass es auch noch Spaß macht, zeigt einem das Lesen wunderbar die unendlichen Möglichkeiten auf, die man als Autor hat. Was ist das erste Buch, das Sie jemals gelesen haben? Hat es Sie vielleicht in irgendeiner Art und Weise beeinflusst? Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung mehr habe, wie mein erstes Buch hieß. Die ersten Bücher, an die ich eine Erinnerung habe, sind „Hanni und Nanni“, „TKKG“, „Kalle Blomquist“ und „Huckleberry Finn“. Oh, und natürlich „Die unendliche Geschichte“! Beeinflusst haben mich diese Bücher damals noch nicht – wenn man einmal davon absieht, dass ich mir eine ganze Weile gewünscht habe, auf das Hanni und Nanni Internat gehen zu können oder mit Huck Finn Abenteuer zu erleben. Was lesen Sie derzeit und wie gefällt es Ihnen? Ich bin gerade in einer arbeitsreichen Phase, in der mir nicht viel Zeit zum lesen bleibt. Eines der letzten Bücher, die gerade hinter mir liegen, waren „Die Tribute von Panem“. Nach dem Klappentext war ich eigentlich davon überzeugt, dass das überhaupt keine Geschichte ist, die mir liegen könnte, trotzdem wurde ich bei all den positiven Stimmen neugierig – und war letztendlich begeistert! Welches Buch möchten Sie unter keinen Umständen geschenkt bekommen? Warum? Glücklicherweise kenne ich mittlerweile so viele Bücher, dass ich – wenn mir jemand ein Buch schenken möchte - gefragt werde, welches ich mir wünsche. Insofern nenne ich lieber Titel, die ich gerne lesen möchte und behalte die, die mich nicht interessieren einfach stillschweigend für mich. Aber um mich nicht ganz vor der Antwort zu drücken, nenne ich doch noch einen Titel: Das Telefonbuch. Warum? Ich suche mir die Nummern aus dem Internet… Was glauben Sie, welchen Stellenwert hat das (Taschen-)Buch heutzutage noch? Ich denke, für Bücher – und für die Geschichten, die sie erzählen - wird es immer einen Platz geben. Vielleicht werden E-Books einen größeren Stellenwert einnehmen, es wird jedoch auch weiterhin genügend Leute geben, die mit einem guten Buch das Rascheln von Seiten und den Geruch von Druckerschwärze verbinden und deshalb weiterhin zum Buch greifen. Ich denke, das E-Book wird in der näheren Zukunft für Geschäftsleute und Reisende eine größere Rolle spielen - die Vorstellung, nicht mehr so viele schwere Bücher mit in den Urlaub zu schleppen, finde ich durchaus verlockend. Für den gemütlichen Leseabend auf der Couch wird aber sicher weiterhin das gute alte Buch aus dem Regal gezogen. Ohne „echte“ Bücher würde mir definitiv etwas fehlen. Glücklicherweise bin ich mit dieser Meinung nicht allein. Könnten Sie uns noch einen kleinen Ausblick auf Ihre zukünftigen Werke geben? Woran arbeiten Sie gerade? Im Januar erscheint mein neuester Roman mit dem Titel „Dämonisches Tattoo“. Dabei handelt es sich dieses Mal um einen Mystery-Thriller. Es geht um einen Serienkiller, der seit einigen Jahren sein Unwesen treibt, und einen FBI-Agenten, der alles daran setzt, ihn zu fassen. Dabei spielt ein Tattoo eine wichtige Rolle, das eine Verbindung zwischen Ermittler und Mörder schafft und sich als weitaus gefährlicher entpuppt, als angenommen. Es ist ein Katz- und Mausspiel, in dem auch eine entführte Reporterin und ein auf Rache sinnender Agent kräftig mitmischen. Aktuell arbeite ich an einem Urban Fantasy Roman, in dem es um Engel geht. Mehr möchte ich darüber im Augenblick noch nicht verraten – vielleicht nur so viel: Es werden keine niedlichen kleinen Kerlchen mit Pausbäckchen sein, die auf Wolken sitzen und Harfe spielen… Vielen lieben Dank für die tollen Antworten! |
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