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Die Störenfriede

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BeitragVerfasst: Di 31. Mär 2009, 16:16 
Taschenbuch
Offline

Registriert:
Fr 08. Aug 2008, 13:38

Beiträge: 594
[align=center]Die Störenfriede[/align]

Die Jugendlichen kamen und gingen, aber ihr Müll blieb. Der alte Mann sah sich all die Flaschen und Verpackungen, Taschentücher und gebrauchte Kondome, Dosen und Zigarettenstümmel an, die auf dem Strand verstreut lagen, und spürte wieder die Wut in sich hochkommen. In den letzten drei Jahren, seit die Insel zu einem Magneten für die jugendlichen Urlauber geworden war, hatten die Touristen aus einem Paradies eine Müllhalde, eine Absteige, ein Drecksloch gemacht.
Nachdem Mallorca und Ibiza bei den Teenagern aus dem Trend gekommen waren, hatten sie sich diese Insel – seine Insel – ausgesucht und benahmen sich wie die Schweine. In ihren Heimatländern, sei es England, Deutschland, Russland oder Polen, benahmen sie sich wahrscheinlich das ganze Jahr über wie umweltbewusste und zivilisierte Menschen, doch sobald sie hier waren – oder wahrscheinlich schon auf dem Flug hierher -, ließen sie die Sau raus.
Das Haus des alten Mannes befand sich nur 240 Meter vom Strand entfernt und als er es mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau vor rund 14 Jahren gekauft hatte, war das alte Pärchen glücklich. Sie hatten in Deutschland ihr Haus verkauft und ihr gesamtes angespartes Vermögen mitgenommen, um hier ihren Lebensabend zu verbringen. Und es war eine wundervolle Zeit – bevor die Touristen kamen.

Der alte Mann wusste nicht, was diesen Trend ausgelöst hatte – vielleicht hatten ein paar Jugendliche zufällig hier ihren Urlaub gemacht und bei sich Zuhause herumerzählt, wie schön dieses größtenteils unangetastete Stück Natur war. Oder vielleicht hatte ein Reiseunternehmen eine besonders jugendlich-gerichtete Werbekampagne durchgeführt, um diese Menschen hierher zu locken. Er wusste es nicht und es war auch nicht von Bedeutung, denn nun waren sie hier und es gab nichts auf der Welt, was sie von hier vertreiben könnte. Sie würden noch weitere Jahre hierher kommen, bis diese Insel nicht mehr im Trend lag und sie sich ein anderes Ziel aussuchen würden. Bis der Strand selbst für sie unerträglich aussehen würde.
Vor rund neun Jahren, kurz nach dem Tod seiner Frau, hatte er sich einen Hund geholt – einen Labrador. Natürlich war das kein Ersatz, aber so fühlte er sich nicht mehr ganz so einsam in dem Haus. Der alte Mann hatte seinen Hund - ein Weibchen – Goldie genannt und genoss genauso wie sie ihre Spaziergänge am Strand – bis die Touristen kamen.

Das Hotel, in dem dieser Haufen untergebracht war, befand sich auch nicht weit von seinem Haus, und so konnte er nicht nur diejenigen hören, die am Strand waren, sondern auch die, die spät am Abend und in der Nacht in ihren Zimmern feierten.
Und wie er das mitbekommen hatte, würden sie wegen diesem immer weiter ansteigenden Ansturm von Touristen bald ein neues Hotel bauen, das noch näher an seinem Haus stehen würde.

Besonders während der Urlaubssaison, von März bis September, war es nicht auszuhalten. Der verunreinigte Strand war nur ein Problem, aber der ständige Lärm war noch schlimmer. Es fing gegen Mittag an, nahm bis zum Abend stetig an Lautstärke zu und ging über Nacht bis in die frühen Morgenstunden. Und am nächsten Mittag fing es von vorne an.
Der alte Mann lag in seinem Bett und konnte nicht schlafen – er hörte wie diese Meute brüllte und lachte, er hörte ihre fürchterliche Musik, die sich mit jeder Stunde immer tiefer in seinen Kopf hineinzufressen schien, und er wälzte sich in seinem Bett von einer Seite zur anderen, bis er irgendwann aufgab und nur noch auf dem Rücken liegend zur Decke starrte, darauf wartend, dass die Besoffenen sich endlich schlafen legen würden.
Wie so oft fragte er sich, ob er zu ihnen rübergehen und sie um Ruhe bitten sollte… Aber er tat es nicht. Er konnte sich schon denken, wie das ablaufen würde: er geht zu ihnen und bittet sie darum, etwas leiser zu sein, sie lachen und verspotten ihn, vielleicht bieten sie ihm etwas zu trinken an, vielleicht verprügeln sie ihn sogar. Der heutigen Jugend, besonders wenn sie unter Alkohol steht, würde er das zutrauen. Wenn er zu den Reiseveranstaltern oder den Verantwortlichen gehen würde, hörte er sie schon sagen: „Gehen Sie nach Hause, alter Mann. Erinnern Sie sich, wo Sie wohnen?“
Er konnte also nichts dagegen machen, und so lag er bis zum Morgengrauen in seinem Bett, hörte ihnen unfreiwillig beim Feiern zu und spürte, wie in seinem Innern die Wut größer wurde. Wie ein roter Ball verdichtete sie sich, wie bei einem Apfel wurde ihre rote Farbe immer intensiver, wie eine Seifenblase wuchs sie heran – bis sie irgenwann platzen würde.
In solchen Momenten ging er hinunter zu Goldie, die wegen dem Lärm ebenfalls nicht schlafen konnte, und kraulte ihr hinter den Ohren, streichelte und beruhigte sie – und damit auch sich selbst – indem er sagte: „Es ist alles gut, Goldie“ und „Es wird schon bald aufhören, Goldie“. Der Hund leckte ihm die Hand und die Wut wich zurück.

Eines Morgens, nach einer weiteren schlaflosen Nacht erschöpft und etwas neben sich, ging der alte Mann mit Goldie am Strand spazieren. Er hatte mit Absicht abgewartet, bis die letzten Feiernden schlafen gegangen waren, damit er und der Hund ganz allein am Strand waren. Es lagen zwar hier und dort ein paar Schnapsleichen, doch die zählten nicht.
Der Sand war wie immer voller Müll, doch am meisten fürchtete er sich vor zerbrochenen Flaschen und vor den heimtückischen Glasscherben, die sich im Sand verstecken könnten. Er wich sogut es ging den Tüten, Zeitungen, Verpackungen, Dosen und Flaschen aus, aber plötzlich jaulte Goldie laut auf, und fing an, an ihrer linken vorderen Pfote zu lecken. Der alte Mann ging rasch in die Knie und sah sich die verletzte Gliedmaße an. Eine dicke Glasscherbe ragte hervor.
Er hatte fürchterliche Angst um Goldie, sein Herz pochte jedoch nicht nur vor dieser Furcht um seinen Hund, sondern auch vor Wut. Vorsichtig zog er die zweizentimetergroße Scherbe aus ihrer Pfote, woraufhin die Wunde stark zu bluten begann. Goldie jaulte und wimmerte immer noch und sah ihn mit ihren großen Augen verwirrt und verängstigt an, als ob sie ihn fragen würde, was denn los sei. Da er nicht wollte, dass die Wunde durch Sand und Dreck verunreinigt wurde, musste er sie nach Hause tragen.

Eine von den Schnapsleichen wurde von dem Hundegejaule wach und schrie entnervt: „Stopf deinem Scheiß-Köter endlich das Maul, sonst mache ich das!“
Mit zusammengebissenen Zähnen hob der alte Mann seine nicht gerade leichte Hündin auf und trat den Heimweg an. Er durfte nicht auf diesen Idioten reagieren, er durfte sie nicht fallen lassen, er musste sie schnell verarzten. Obwohl er aus der Puste war, flüsterte er beruhigend in Goldies Ohr: „Keine Angst, es wird alles gut“ und „Wir sind gleich da“.
Vor seiner Haustür musste er die Hündin ablegen, um die Tür aufschließen zu können. Goldie versuchte aufzustehen, doch er legte ihr eine Hand auf die Seite und sagte ihr, dass sie liegen bleiben sollte. Sie verstand.

Der alte Mann legte seine Hündin auf das Sofa im Wohnzimmer und eilte in die Küche, wo er eine große Schüssel mit kaltem Wasser füllte, ein sauberes Tuch und eine Mullbinde nahm. So schnell er konnte lief er zurück ins Wohnzimmer und nahm ihre verletzte Pfote in die Hand. Sie blutete immer noch sehr stark und verursachte Goldie sichtlich große Schmerzen. Nachdem er die Wunde gründlich gereinigt und verbunden hatte, nahm er das Telefon und rief den Tierarzt an, der die Hündin seit kleinauf betreute. Immer noch vor Anstrengung keuchend, bat er Dr. Wilson darum, dass er möglichst schnell kommen solle. Erschöpft setzte er sich neben Goldie auf das Sofa, legte ihr die Hand auf die Seite, lehnte sich zurück und versuchte, sein altes Herz zu beruhigen.
Der Tierarzt kam schnell und hatte wie immer seinen Erste-Hilfe-Koffer dabei.
„Wie ist denn das passiert?“ wollte er wissen, während er vorsichtig die bereits mit Blut vollgesogene Mullbinde abnahm und die Wunde inspizierte.
„Wir waren am Strand spazieren, und da ist sie auf eine Glasscherbe getreten.“
Dr. Wilson sah auf und schüttelte den Kopf. „Diese Touristen…“

Goldie starb an einem sonnigen Nachmittag eine Woche später, und der alte Mann vergrub sie beim Sonnenuntergang unter der Palme, an der früher seine Frau und er so gerne gesessen hatten. Selbst als er eine Schweigeminute für seine Hündin einlegen wollte, konnte er sich nicht konzentrieren, weil die feiernden Touristen so laut waren.
Sie war zu alt und hatte zu viel Blut verloren, und so lag sie an ihren letzten Tagen einfach nur da, mit ihrem Kopf auf ihren Vorderbeinen, und interessierte sich weder für das Essen noch für sonst was. Goldie hatte sich selbst aufgegeben und ihr Gesichtsausdruck sah so distanziert, traurig und immer noch verwirrt aus, wenn sie zu ihm hinaufblickte.

In dieser Nacht lag der alte Mann wieder schlaflos in seinem Bett und hörte dieser Meute zu, diesen Wilden, diesen Schweinen, diesen Mördern. Er merkte nicht, wie seine Hände sich in die Decke vergruben und sich verkrampften, wie er seine Zähne zusammenbiss und wie seine Nasenlöcher sich aufblähten. Der rote Ball wuchs in ihm wieder an, wurde größer und dichter als jemals zuvor. Und diesmal konnte er nicht nach unten gehen und Goldie streicheln, um sich zu beruhigen. Diesmal gab es nur ihn und seine Trauer und Wut.
Was sollte er machen, was konnte er überhaupt machen? Zur Polizei gehen und Anzeige erstatten? Gegen wen? Sich beim Stadtrat über die Touristen beschweren? Sie würden ja doch nichts unternehmen. Immerhin war er nur ein alter Mann und die Touristen – sie brachten Geld auf die Insel. Er war ein Nichts, sie waren Könige und führten sich auch als solche auf.
Er hatte nichts gegen ausländische Touristen, denn es gab auch einige wenige, die sich nicht Tag und Nacht mit Alkohol abfüllten und den Strand als Müllhalde benutzten. Sie wanderten in dem kleinen Gebirge im Norden der Insel und besichtigten die Sehenswürdigkeiten, sie probierten die einheimischen Spezialitäten. Außerdem kam er doch selbst aus einem anderen Land, also konnte von Ausländerfeindlichkeit keine Rede sein. Der alte Mann hasste nicht alle Menschen von Außerhalb, sondern nur solche, die sich wie Halbaffen benahmen und weder Respekt vor dieser Insel noch vor der Natur hatten.
Im Morgengrauen wusste er, was er tun würde.

Von Waffen hatte er nie etwas gehalten und besass auch keine. Und was hätte es schon gebracht, wenn er ein paar von den Wilden erschossen hätte? Nichts. Sie würden ihn für geisteskrank erklären, sie würden ihn einsperren.
Am Abend ging er in seine Garage und öffnete den Benzinkanister, um nachzusehen, wie viel noch vorhanden war. Seit er nach dem Tod seiner Frau den Wagen verkauft hatte, benutzte er seine Garage nur noch als Lagerraum für seine Werkzeuge. In dem Kanister waren noch mindestens drei Liter Benzin. Das müsste reichen.
Der alte Mann suchte vier leere Weinflaschen zusammen und nahm einen Lappen, den er in vier kleinere Stücke zerriss und mit Benzin tränkte. Dann füllte er die Flaschen mit Benzin und steckte die tropfend feuchten Lappen in den Flaschenhals jeder einzelnen Flasche. Diese Molotow-Cocktails legte er vorsichtig in einen Korb und bedeckte sie mit einem Handtuch. Erschöpft – nicht nur körperlich, sondern auch geistig – wusch er sich die Hände und ging ins Wohnzimmer, wo er sich auf das Sofa setzte. Er musste warten, bis die Feiernden sich schlafen legen würden.

Als er im Fotoalbum herumblätterte, konnte er sich die Tränen nicht verkneifen. Da ist er mit seiner Frau, wie sie lächelnd bei der Hochzeit ihrer ersten Tochter am großen Tisch sitzen. Und da ist Goldie, noch als kleiner Welpe, unsicher auf den Beinen und mit halbgeschlossenen Augen. Und da ist seine Frau, als sie noch jung war – die Physikerin in der Forschungsabteilung ihrer Universität. Als sie diese Insel und diese Welt verlassen hatte, war hier noch das Paradies. Der alte Mann konnte das nicht mehr ertragen. Er klappte das Album zu und legte es vorsichtig zurück auf seinen Platz.
Die Touristen wurden langsam leiser, es ging auf den Morgen zu. Er hatte genug Zeit, um das alles noch einmal zu überdenken. Nein, er würde es sich nicht anders überlegen. Was hatte er schon zu verlieren? Nichts. Was hatte er zu gewinnen? Seine Ruhe.

Im Morgengrauen verließ er das Haus mit dem Korb in der Hand und dem Feuerzeug in der Tasche und ging zum Hotel. Alles war ruhig, niemand zu sehen, nichts zu hören. Er blieb in der Nähe des Hotels stehen und stellte den Korb ab. Das Handtuch drückte er zur Seite und holte nacheinander die Flaschen raus, die er vor sich in einer Reihe aufstellte. Eine von den Flaschen nahm er in die Hand und holte das Feuerzeug hervor. Nach einem kurzen Moment der Unsicherheit schüttelte er all seine Zweifel ab und zündete den durchtränkten Stoff an, holte aus und warf die Flasche so hoch auf das Gebäude, wie er nur konnte. Das Glas zersplitterte – Glassplitter in der Pfote von Goldie – und ergoss sich in einem Flammenmeer über die Wand. Er nahm die zweite Flasche und warf auch sie auf das Gebäude, bei der dritten muss die Lunte ausgegangen sein, denn sie bespitzte die Wand nur mit Benzin ohne in Flammen aufzugehen. Nach dem Abwurf der letzten Flasche steckte er das Feuerzeug in die Hosentasche, nahm den Korb und sah sich das brennende Hotel noch einmal an, bevor er ihm den Rücken kehrte und zurück zu seinem Haus ging.

In den Nachrichten sagten sie später, dass bei dem Brand acht Hotelgäste ums Leben kamen und dass vermutliche eine rechtsextreme Organisation hinter diesem Anschlag steckte. Die Polizei kam ein wenig später zu ihm, um ihm ein paar Fragen zu stellen – ob er etwas verdächtiges gehört oder gesehen hatte.
„Nein“, sagte er, und sie gingen wieder, ohne ihn auch nur für eine Sekunde zu verdächtigen. Natürlich, er war ja nur ein alter Mann - zu nichts fähig, nur ein lästiger Ballast für die Gesellschaft.
Was sie noch in den Nachrichten sagten, war eine Warnung an alle Urlauber, dass dieser Ort zu gefährlich und nicht empfehlenswert wäre.
Am nächsten Morgen nahm der alte Mann eine große Mülltüte und ging damit zum Strand. Ohne große Eile fing er an, den Müll aufzusammeln. Er hatte eine Menge Arbeit vor sich.

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"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun."

Chuck Palahniuk, "Fight Club"


Zuletzt geändert von Tyler am Do 02. Apr 2009, 11:13, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Do 02. Apr 2009, 11:27 
Taschenbuch
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Fr 08. Aug 2008, 13:38

Beiträge: 594
Hallo Gernot,

Danke fürs Lesen und Kommentieren. Habe dank deinem Beitrag die meisten Fehler korrigiert.
Gernot Jennerwein hat geschrieben:
Zitat:
Er wich sogut es ging den Tüten, Zeitungen,

so gut - wird auseinander geschrieben

Wenn ich mich nicht irre, sind beide Varianten richtig.

Zitat:
Zitat:
„Diese Touristen…“

Leerzeichen vor den Punkten.

Auch hier: beides ist richtig.

Zitat:
Zitat:
Sie würden ihn für geisteskrank erklären, sie würden ihn einsperren.

... für geisteskrank erklären und einsperren.

War schon mit Absicht so geschrieben :icon_wink

Zitat:
Eines ist etwas ungaubwürdig. Ich hab oft mit Tierärzten zu tun (Kumpel ist einer), aber wegen einem Hund machen die keine Hausbesuche, da musst du schon in ihre Praxis kommen. Und wegen einer Scherbe in der Pfote erst recht nicht.

Die Geschichte spielt ja nicht in Deutschland, wer weiss schon, wie es dort (wo auch immer) gehandhabt wird? :icon_wink

Mal ne Frage: Gehört diese Geschichte in diesen Bereich? War mir nicht ganz sicher, wo ich sie unterbringen sollte.

Gruss
Tyler

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BeitragVerfasst: So 26. Apr 2009, 20:44 
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Hallo Tyler,

Zitat:
und spürte wieder die Wut in sich hochkommen. In den letzten drei Jahren, seit die Insel zu einem Magneten für die jugendlichen Urlauber geworden war

Vorschlag: "die" in beiden Fällen streichen, liest sich sonst so unsauber.

Zitat:
rübergehen und sie um Ruhe bitten sollte… Aber er tat

Erst Leerzeichen, dann Punkte

Zitat:
nicht schlafen konnte, und kraulte ihr hinter den Ohren,

kraulte sie hinter den

Zitat:
Er wich sogut es ging den Tüten

getrennt

Zitat:
dass bei dem Brand acht Hotelgäste ums Leben kamen

gekommen waren

Zitat:
ob er etwas verdächtiges gehört oder

groß


Mir hat die Geschichte alles in allem sehr gut gefallen. Die Stelle, an der sein Hund stirbt, könnte meinem Geschmack nach etwas ausgearbeiteter sein. Das Ende finde ich nicht glaubhaft, wenn ich ehrlich sein soll.
Aber gerade der Anfang hat es mir angetan, der ist wirklich super! Wirklich gut!


LG
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BeitragVerfasst: Fr 17. Jul 2009, 17:32 
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So 26. Apr 2009, 17:19

Beiträge: 325
Hallo Tyler,

eine interessante Geschichte, die größtenteils nachvollziehbar ist. Dass der Hund an einer Verletzung durch eine Glasscherbe stirbt, halte ich allerdings für ziemlich unwahrscheinlich. Ein Stein, aus dem Dunkeln geworfen, damit der Hund still ist, würde vielleicht mit inneren Verletzungen oder Schädelbruch den Tod besser erklären und auch die Gewaltbereitschaft des alten Mannes.

Dieser alte Mann bleibt mir in der Erzählung auch etwas fremd. Nicht wegen des fehlenden Namens, sondern wegen der distanziert wiedergegebenen Gedankengänge. Ein Teil davon ist mir in der Geschichte etwas zuviel gewesen, zu sehr erklärend. Zum Beispiel diese Passage:

Zitat:
Der alte Mann wusste nicht, was diesen Trend ausgelöst hatte – vielleicht hatten ein paar Jugendliche zufällig hier ihren Urlaub gemacht und bei sich Zuhause herumerzählt, wie schön dieses größtenteils unangetastete Stück Natur war. Oder vielleicht hatte ein Reiseunternehmen eine besonders jugendlich-gerichtete Werbekampagne durchgeführt, um diese Menschen hierher zu locken. Er wusste es nicht und es war auch nicht von Bedeutung, denn nun waren sie hier und es gab nichts auf der Welt, was sie von hier vertreiben könnte. Sie würden noch weitere Jahre hierher kommen, bis diese Insel nicht mehr im Trend lag und sie sich ein anderes Ziel aussuchen würden. Bis der Strand selbst für sie unerträglich aussehen würde.
Du schreibst selbst, dass es für ihn nicht von Bedeutung ist. Beim Lesen war das eine Stelle, an der ich merkte, dass ich gedanklich abdrifte.

Zitat:
Er konnte sich schon denken, wie das ablaufen würde: er geht zu ihnen und bittet sie darum, etwas leiser zu sein, sie lachen und verspotten ihn, vielleicht bieten sie ihm etwas zu trinken an, vielleicht verprügeln sie ihn sogar. Der heutigen Jugend, besonders wenn sie unter Alkohol steht, würde er das zutrauen.
Der Wechsel in der Zeitform scheint mir hier nicht stimmig.


Zitat:
Er hatte nichts gegen ausländische Touristen, denn es gab auch einige wenige, die sich nicht Tag und Nacht mit Alkohol abfüllten und den Strand als Müllhalde benutzten. Sie wanderten in dem kleinen Gebirge im Norden der Insel und besichtigten die Sehenswürdigkeiten, sie probierten die einheimischen Spezialitäten. Außerdem kam er doch selbst aus einem anderen Land, also konnte von Ausländerfeindlichkeit keine Rede sein. Der alte Mann hasste nicht alle Menschen von Außerhalb, sondern nur solche, die sich wie Halbaffen benahmen und weder Respekt vor dieser Insel noch vor der Natur hatten.
Das spielt für die Geschichte kaum eine Rolle, würde dem alten Mann auch selbst kaum durch den Kopf gehen. Ich empfand es als Rechtfertigung, die mögliche Kritiken an der Einstellung des Alten vorweg nimmt.

Zitat:
Das Glas zersplitterte – Glassplitter in der Pfote von Goldie – und ergoss sich in einem Flammenmeer über die Wand.
Fehlt da nicht das Benzin im letzten Satzteil? Ansonsten ein sehr schöner Satz, für mich einer der besten der Geschichte.

Zitat:
denn sie bespitzte die Wand nur mit Benzin ohne in Flammen aufzugehen.
bespritzte

Gerne gelesen, hätte mir noch besser gefallen, wenn die Geschichte eng bei der stattfindenden Handlung geblieben wäre.

Liebe Grüße
Sabine


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