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Foren-Übersicht » Die Geschichtenrubriken » Geistes- und Sozialwissenschaften » Gesellschaft

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Herr Hinkelbein

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BeitragVerfasst: Di 23. Jan 2007, 00:04 
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Mo 15. Jan 2007, 22:00

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Komischer Mann, dieser Herr Hinkelbein, dachte ich, während ich genussvoll an meinen nachmittäglichen Kaffee auf der Terrasse meines Lieblingscafés nippte. Von meinem Lieblingsplatz aus konnte ich aus den Augenwinkeln heraus fast die ganze Marktgasse überschauen. Herr Hinkelbein, sagte ich lächelnd zu mir selbst und erschrak über die Lautstärke meiner eigenen Stimme. Ich blickte mich mit hochgezogenen Schultern um, in der Hoffnung, dass mich niemand gehört hatte.

Da sah ich ihn wieder, den seltsamen Herrn Hinkelbein, wie er von einer Seite der Marktgasse zur anderen eilte, in Geschäfte hineinstolperte und aus anderen wieder heraus fiel. Manchmal kam er mir wie eine Figur aus einem Comicfilm vor, die wie von einem unsichtbaren Geschöpf im Nacken gejagt in verschiedene Türen und Gänge getrieben wurde und entgegen aller Logik aus anderen wieder herauseilte. Herr Hinkelbein hiess gar nicht Herr Hinkelbein. Ich nannte ihn einfach so, weil er kaum merklich leicht sein rechtes Bein nachzog. Ich hatte keine Ahnung, wie er wirklich hiess, noch wo er wohnte. Ich wusste nur, er war immer in Bewegung, immer am Laufen und immer präsent, wo ich auch hinblickte.

Er schien überall zu sein. Er war einfach da, wenn ich es auch war. Ständig sah ich ihn strammen Schrittes in ungeordneter Weise kreuz und quer durch die Marktgasse laufen, den Blick an ein unsichtbares Ziel geheftet, Staubfetzen vor sich hin schiebend, wie ein Wirbelwind, der auf seinem einsamen Weg alles aufsammelt, was ihm in die Quere kommt, um es an anderen Stellen wieder zu verteilen. Manchmal eilte er so nahe an Passanten vorbei, dass sich deren Haare kurz durch einen unsichtbaren Windsog empört horizontal aufstellten, als wollten sie ihn aufhalten einfach so unbeachtet an ihnen vorüber zu laufen.

Ich war fest davon überzeugt, dass Herr Hinkelbein auch die Marktgasse auf und ab lief, wenn ich nicht da war. Seine Präsenz fror sich für mich zur Normalität fest. Er gehörte genauso zur Marktgasse, wie all die kleinen Cafés, Geschäfte, Bäume, alltägliche Passanten und nächtliche Ratten. Unvorstellbar zu denken, Herr Hinkelbein würde eine Minute lang nicht den steinigen Boden der Marktgasse überqueren. Wo sollte er sonst sein? Vielleicht hatte er auch niemanden, der auf ihn zuhause wartete, dachte ich, während ich meinen letzten Schluck Kaffee austrank.

Schon komisch, diese Frau, dachte Herr Baier, während er die Marktgasse entlang eilte, sie scheint in allen Cafés gleichzeitig zu sitzen und ständig Kaffee zu schlürfen.


Zuletzt geändert von zidoma am Sa 10. Feb 2007, 22:38, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mi 24. Jan 2007, 12:52 
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Di 11. Jan 2005, 21:11

Beiträge: 611

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Hallo zidoma,

und Willkommen in der Rubrik Gesellschaft.

Ein kleiner netter Text für zwischendurch, der sich schnell und angenehm liest.

Menschen beobachten ist was tolles und irgendwie pickt man sich doch immer wieder einen raus aus der Menge oder ist der rausgepickte so auffällig? Vielleicht suchen wir in der Masse das besondere, wenn wir beobachten.

Den Schluss finde ich sehr gelungen, als die Perespektive umschwenkt vom Beobachter zum Beobachteten und dieser sich so gar nicht als Motiv sondern als Betrachter sieht. Sehr schön.

Über einen Satz bin ich gestoplert:
Zitat:
...ufstellten, als wollten sie ihn aufhalten einfach so unbeachtet an ihnen vorüber zu laufen.

Hier fehlt ein Wort oder es ist was verdreht. Macht gerade keinen Sinn, der Satz.

Gruss
Joko

_________________
Mehr oder weniger - Jos truth


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BeitragVerfasst: Mi 24. Jan 2007, 17:42 
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Mo 15. Jan 2007, 22:00

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Hallo Joko

danke für Deinen Willkommensgruss :D

Ich bin noch am Überlegen, wie ich den Satz umstellen könnte, damit er verständlicher wird. Ich könnte es mit "dass" formulieren, aber das gefällt mir irgendwie nicht :icon_rolleyes

danke fürs Lesen :icon_razz

grüße :D zidoma


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BeitragVerfasst: Fr 26. Jan 2007, 13:45 
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Mi 16. Mär 2005, 18:26

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Hallo zidoma,

eine sehr skurrile Geschichte, deren Hintergrund sich mir nicht erschließen will.
Sie sieht Herrn Hinkelbein immer und überall, verfolgt ihn mit Blicken, er gehört zum Inventar der Straße. Er sieht sie in jedem Café sitzen und wundert sich, wie sie das schaffe. Vielleicht sollten sie miteinander sprechen? Vielleicht sollten sie sich für sich selbst interessieren, da sie durch ihre Gafferei nicht bemerken, dass sie sich lächerlich machen? Vielleicht willst du aber auch nur zeigen, dass man selbst genauso "komisch" ist, wie alle anderen Menschen auch. Ich bin mir nicht sicher, deine Geschichte lässt mich nachdenklich zurück, mit einem Fragezeichen im Auge.

Ein bisschen zur Sprache:
Zitat:
Kaffee auf der Terrasse meines Lieblingscafes nippte

"Lieblingscafés"
Zitat:
unsichtbaren Geschöpf im Nacken gejagt, in verschiedene Türen und Gänge getrieben wurde

Das Komma kannst du streichen.
Zitat:
Ich hatte keine Ahnung wie er wirklich hiess,

...Ahnung, wie...
Zitat:
unsichtbares Ziel geheftet, Staubfetzen vor sich hin schiebend

"vor sich her schiebend" mMn, das kann allerdings auch am regionalen Unterschied liegen ;).
Zitat:
wie all die kleinen Cafes, Geschäfte, Bäume, alltägliche

Zitat:
in allen Cafes gleichzeitig zu sitzen und ständig

"Cafés"

Liebe Grüße,
Libertine


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BeitragVerfasst: Sa 10. Feb 2007, 22:51 
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Mo 15. Jan 2007, 22:00

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hallo Libertine

vielen Dank wieder, dass Du meinen Text so genau unter die Lupe genommen hast :D

Warum sich die beiden nicht ansprechen? Ganz einfach, weil sie das garnicht wollen. Sie wollen einander nicht kennen lernen. Sie sind einfach nur Menschen, die ihr Umgebung auf ihre Art wahrnehmen und sich ihre Gedanken darüber machen.

Außerdem gaffen sie nicht, denn sie "beobachten" sich gegenseitig eigenlich nicht bewusst.

Wieso sollten sie sich lächerlich machen? Nur weil sie sich wahrnehmen und ihren Gedanken freien Lauf lassen?

liebe Grüsse
zidoma


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BeitragVerfasst: Di 20. Feb 2007, 22:00 
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Mo 15. Jan 2007, 22:00

Beiträge: 90

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hey Furchtloser

ja, ich weiß, was Du mit dem Tunnelblick meinst.

Wer weiß schon, wie wir von anderen Leuten wahrgenommen werden... :icon_mrgreen

danke fürs Lesen und viele, viele Grüßßßßßßßßßße

lg zidoma :icon_mrgreen


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BeitragVerfasst: Mi 28. Feb 2007, 18:10 
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So 21. Jan 2007, 15:51

Beiträge: 50
Hallo Zidoma,

deine Geschichte ist, abgesehen von wenigen Rechtschreibfehlern, die aber auch nicht schlimm sind, sehr schön zu lesen. :icon_smile
Du schreibst über etwas banales, doch sehr faszinierendes, nämlich das Beobachten in Cafes.
Das Ende ist dir gut gelungen, allerdings finde ich am Anfang ist etwas Leerlauf, deine Geschichte kommt anfangs nicht so schnell in Gang.
Tolle Geschichte,
Liebe Grüße, Kreativer Schreiber


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BeitragVerfasst: Mo 21. Jan 2008, 23:01 
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Mo 15. Jan 2007, 22:00

Beiträge: 90

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Hallo Kreativer Schreiber

das ist schön, dass Dir meine Geschichte gefallen hat.
Rechtschreibfehler?

Tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte....



liebe Grüsse
zidoma


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