Hi Rolfsson,
danke für Deinen Kommentar, hat mir schon weiter geholfen, nämlich:
Rolfsson hat geschrieben:
wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist die Frage nach der Existenz der zeit für dich nicht von Bedeutung, weil sie keinen effektiven Nutzen bringt. Menschen sind neugierig und hätte Newton damals einfach nur "Autsch!" gesagt, als ihm der Apfel auf den Kopf fiel wären einige Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind nicht möglich.
Jau, Newton hat auf jeden Fall seinen Beitrag geleistet. Und die Zeit existiert für mich. Aber ich versuche nicht, mir eine Vorstellung
ihrer Existenz zu schaffen, in dem Sinne, dass ich mir ein Ding, eine Welt oder auch nur ein Abstraktum vorstelle. Das Bild mit dem
Fluss (von Mü) kann ich ohne Probleme übernehmen. Ich verwende den Begriff "Zeit" jedoch auch als Summe der Möglichkeiten und
Ereignisse, quasi als Weg durch den universalen Phasenraum (sorry, der Begriff ist wahrscheinlich nicht allgemein bekannt:
Sagen wir die Welt besteht nur aus Addition und den Zahlen 1, 2 und 3. Außerdem muss die Addition stets mit genau
2 Zahlen kombiniert werden. Mit diesen Vorraussetzungen ist der Phasenraum alle möglichen Kombinationen. Also
1+2 2+3 1+3 2+1 1+1 2+2 3+3 3+2 3+1).
Im Bild des Flusses könnte ich mir ein Delta vorstellen, wo tausende von Flussarmen ins Meer münden. Vorher hat sich der
Strom geteilt. Ich bin dann eine kleines Insekt auf der Wasseroberfläche, der zum einen in eine Richtung gespült wird, zum
anderen durch Krabbelbewegungen (wau!) etwas vorwärts kommt und sich zwischen dem einen oder anderen Flussarm
entscheiden kann.
Zitat:
Mit diesem Satz setzt du die Existenz der zeit, über die wir ja hier philosophieren, einfach vorraus. Was ist denn eigentlich "Zeit" für dich?
Für mich (in meiner Weltanschauung) existiert die Zeit, eindeutig. Das ist eine ganz tief sitzende Erkenntnis. Vielleicht fällt es mir
daher so schwer, mich an eine Definition zu wagen. Und meine Ausrede ist dann, das diese ja sowieso keine Wert hätte. (ne,
glaube nicht.)
Aber mal schauen:
Abgesehen von der Naturwissenschaft, die Zeit als Variable einsetzt und damit determinierte Ereignisse oder auch nicht
determinierte (Chaostheorie) vorhersagt, ist die Zeit für mich der Weg durch den Dschungel der körperlichen
und geistigen Realität, dessen Verlauf durch Entscheidungen entsteht.
Mit dieser Definition will ich dann mich selbst und vielleicht einen Leser dazu ermutigen, Entscheidungen zu treffen oder
zumindestens über seine Möglichkeiten nachzudenken. Ich bin zwar kein Theologe und will auch keiner sein, aber es kann
mir niemand erzählen, dass er etwas sagt oder schreibt ohne ein Ziel damit zu verfolgen, wenn vielleicht auch nur für sich
selbst. Und das ist auch nicht mein einziges Ziel *grins*.
Eigentlich sollte ich den letzten Absatz geschlechtsneutral formulieren, aber ich tu mich gerade schwer damit. Dass
Männlein wie Weiblein gleichermaßen gemeint sind, ist hoffentlich allen klar. Gibt es dazu einen Thread oder Regeln?
krabbel