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Teja
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Verfasst: Sa 23. Sep 2006, 16:05 |
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| Taschenbuch |
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Registriert: Sa 23. Sep 2006, 15:46
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„Es war ein Fehler die Reise zu unternehmen! Es wird sehr gefährlich werden“ stellte Enibas mit monotoner Stimme fest, weiter geradeaus auf den Horizont starrend. Seit kurzem konnten sie alle die Flotte der Salester sehen, die vor Martor kreuzend die Stadt von jeglichem Nachschub über See abschnitt.
Den Blick seufzend von der salestischen Flotte abwendend und den Kopf zu ihr drehend fragte Sindin „Wieso?“ Er wußte, was kommen würde. So war es jedes Mal in einer solchen Situation, kurz bevor er sich, sein Schiff und seine Mannschaft ruhig und beherrscht in ein Abenteuer führte. Aber auch jetzt, wie jedes Mal zuvor, gab er Enibas die Möglichkeit, ihre Anspannung abzubauen. Es war beinahe so etwas wie ein Ritual zwischen Ihnen beiden.
„Du riskierst Deine Besatzung, Du riskierst Dein Schiff und Du riskierst Dein Leben.“ Wieder diese monotone Art zu reden, während sie weiter geradeaus auf den Horizont starrte, an dem die Schiffe größer, aber auch die Abstände zwischen den Schiffen weiter wurden.
„Ich riskiere doch das Schiff nicht! Du weißt, dass ich die Solong nicht riskieren würde. Nie!“ Sich ganz zu ihr umdrehend legte er etwas Schärfe in seine Stimme.
„Warum brechen wir dann die Blockade?“ fragte sie, ihn immer noch nicht ansehend.
„Um Geld zu verdienen. Geld für Dich, für die Besatzung und auch etwas für mich!“
„Ha! Für uns alle ist das Geld!“ fauchte sie, jetzt ihre Konzentration aufgebend. Sie hatte sich auf die Aufgabe, die vor ihr lag, eingestimmt und konnte sich nun einem kleinen Streit mit dem Kapitän und Eigentümer der Solong widmen.
„Wieso behältst Du dann das Geld, solange einer von uns bei Dir fährt? Wieso kriegen wir das Geld erst, wenn wir Dich und die Solong verlassen? Natürlich erst, nachdem wir für die Kosten der Verwaltung unseres Geldes aufgekommen sind!“ Ihn mit ihren Augen fixierend stemmte sie die Hände in die Hüften.
„Ihr sollt noch etwas davon haben, wenn ihr alt seid!“ grinste Sindin. Es machte ihm Spaß, und er wusste, dass die Wünscherin diesen Streit brauchte, um sich zu entspannen, um die vor ihr liegende Aufgabe besser bewältigen zu können.
„Du behältst die Zinsen! Du verdienst an unserem Geld! Und kassierst noch für die Verwaltung! Und wenn einer von uns draufgeht, kassierst Du sein Geld komplett ein!“ Die Augen der Wünscherin waren starr auf die seinen gerichtet. Er sah die tiefe Wut, die dahinter kochte, aber es kümmerte ihn nicht besopnders. „Oder warum suchst Du Dir nur alleinstehende Seeleute aus, die keine Erben haben?“
Der letzte Satz war neu, war auch von einer Gehässigkeit getragen, die ihm ebenfalls neu war. Sie hatte wohl längere Zeit über diesen Sachverhalt nachgedacht und war dabei in Wut geraten. Er würde sie in Zukunft besser beschäftigen müssen.
Zur Antwort ansetzend räusperte er sich, aber Enibas war schneller.
„Das ist wie alles in Deinem Leben getreu Deinen Prioritäten, oder? Zuerst Du, dann das Schiff, dann eine Weile nichts und dann die Mannschaft und der ganze Rest, oder?“ Die starre Fixierung durch ihre Augen ließ bei diesen Worten nach, die Gehässigkeit verschwand.
„Sag nichts, Sindin. Ich weiß es doch sowieso! Und jetzt lass mich in Ruhe, ich muss mich auf die Aufgabe konzentrieren!“ sagte sie, sich umdrehend, nach dem Heck gehend.
Sindins Augen folgten der schlanken, beinahe dürren Gestalt der Wünscherin, wie sie sich auf die Reling lehnte, auf das Wasser hinter dem Schiff starrte. Wieder bedauerte er es, dass die Mittvierzigerin so gar nichts weibliches an sich hatte.
„In etwa zehn Minuten werden wir in Reichweite ihrer Baliste sein! Die beiden Linienschiffe an Backbord haben den Kurs erneut leicht geändert. Sie werden uns den Weg verlegen wollen!“ Auf die beiden Schiffe zeigend sprach Cer Perbas laut und deutlich, um sich sicher zu sein, dass sein Kapitän ihn nicht nur hörte, sondern auch verstand.
„Auf Kurs bleiben, Cer, auf Kurs bleiben!“ antwortete Sindin, weiter auf die schmale Gestalt der Mittvierzigerin am Heck starrend. Und dann, wie automatisch fuhr er fort „Denk an die Prioritäten Cer! Zuerst der Kapitän, dann das Schiff, dann die Mannschaft!“
Sie hatte die Wahrheit gesprochen, er kassierte die Zinsen, den Verwaltungsaufschlag, und wenn einer eine Reise nicht überlebte, gehörte ihm sein Geld. Aber das gehörte zu seinen Prioritäten. Zuerst kam er. Für sich selbst musste er sorgen. Dann kam das Schiff, für das er sorgen musste. Alles andere war austauschbar. Und wenn er eine neue Wünscherin oder einen Wünscher brauchte, würde er auch einen finden.
Wünscherinnen und Wünscher waren nicht so selten. Und beinahe jedes Schiff hatte einen. Oder eine. Sie beschworen die Mächte, sie wünschten sich von den Göttern dass etwas passierte oder nicht passierte, und so konnte jede Flaute überwunden, jedes noch so waghalsige Manöver erfolgreich beendet werden.
Wenn die Kraft des Wünschers ausreichte.
Wünscher erschöpften sich schnell, konnten sich kaum eine halbe Stunde am Stück etwas wünschen, ohne danach eine sehr lange Ruhephase zu benötigen. Dies führte dazu, so waren Gerüchte zu hören, dass Kurierschiffe der Kaiserin von Funuken mit mehr als fünfzig Wünschern besetzt waren, die damit die maximal überhaupt mögliche Geschwindigkeit erreichten.
Am Anfang hatte er sich einen Spaß daraus gemacht, Enibas zu testen, hatte ihr bei völligem Geradlauf des Schiffes gesagt, sie solle nach rechts abdrehen, während er sich wünschte, dass das Schiff nach links abdrehte. Das Schiff drehte jedes Mal scharf nach rechts ab, schärfer als es mit dem Ruder je möglich gewesen wäre. Sie merkte irgendwann, dass er sich dabei konzentrierte, dass er sich auch etwas wünschte, und wünschte sich nie wieder eine Kursänderung, deren Grund sie nicht verstand. Damit machte sie sich einen Spaß mit ihm, denn ab da musste er viel mehr erklären, musste seine Pläne weiter offen legen, als er es vorher getan hatte.
Sindin schrak aus seinen Gedanken auf, bevor er den Ruf „Sindin!“ hörte. Erneut den Arm ausstreckend und mit dem Finger zeigend deutete Cer Perbas auf die Hügelkette hinter Martor.
Über die Hügelkämme und die Hügel hinab sah er eine schwarze Masse wie einen Teig zäh und träge auf die Hafenstadt Martor zu fließen, und er wusste aus Berichten im letzten Hafen, als sie das Mehl in den Bauch des Schiffes aufgenommen hatten, dass es Heiducken waren. Barbarische, kämpferische Heiducken, geführt von salestischen Offizieren, die die Heiducken die Kohlen aus dem Feuer holen ließen, um das ach so wertvolle und kostbare salestische Blut zu schonen.
Heiducken, die eine Stadt, oder auch nur einen Weiler mit drei Hütten und zwei Ställen überfielen, ließen meist nichts am Leben und kaum etwas zurück, mit dem man den Wiederaufbau hätte anfangen können.
Es gab gräßliche Berichte darüber, wie Heiducken unter Menschen hausten, was Heiducken mit Menschen anstellen konnten und anstellten. Sindin taten die Einwohner Martors jetzt schon leid, auf die dieses Schicksal wartete. Vor allem die, die eines langsamen, qualvollen Todes sterben würden, weil sie die Heiducken wegen irgendetwas belügen würden. Für Lügner hatten die Heiducken nichts übrig als besondere Foltern.
Sindin riß sich vom Anblick des schwarzen Teigs los, widmete sich jetzt den unmittelbar vor ihm und Enibas liegenden Aufgaben. Die beiden Linienschiffe an Backbord wollten ihm den Weg verlegen. Eines war zu weit weg, und auch das andere würde es schwer haben, die Solong mit ihren Balisten zu treffen. Sie fuhren entlang der maximalen Reichweite der Baliste.
Mittlerweile waren drei lange, schmale, schnelle Boote, Schonher, an Steuerbord aufgetaucht. Diesen musste er sich widmen.
Er ließ Cer den Kurs ändern, so dass die Solong direkt auf den mittleren Schonher zu hielt. Enibas verließ den Platz an der Reling, bevor er es ihr befahl, ging zu dem kleinen Aufbau im Deck auf der Brücke der Solong und setzte sich hinein. Die kleine, gegen Beschuss sichere Kammer hatte sie selbst ausgestattet, nachdem die ersten Versuche gezeigt hatten, dass sie sich eine Sache besser wünschen konnte, wenn sie es bequem hatte, wenn sie selbst in Sicherheit war. Trotzdem sie den Tod nicht fürchtete, machte es einen Unterschied, ob sie geschützt war, oder nicht. Sie war noch nie in einem Kampf auf See verletzt worden.
Nur noch aus seinen Augen bestehend, alles um ihn herum vergessend, leicht vorgebeugt dastehend, die Hände auf dem Rücken gefaltet, gab Sindin seinem Steuermann die Befehle. Immer näher kam die Solong den Schonhern.
Kurz bevor sie in die Reichweite der Speerschleudern kamen, mit denen die Schonhern bewaffnet waren, rief Sindin ruhig und bestimmt, immer geradeaus nach vorne starrend „Enibas, wünsche Dir mehr Wind für uns!“
Und Sekunden später ruckte die Solong vorwärts, schnellte auf die Schonher zu. Eine Salve Speere aus den Speerschleudern der Schonher war die Antwort, fegte auf die Solong zu. Alle auf Deck wurden vom Schicksal verschont, nur der arme Zudan wurde durch den Bauch an den Deckaufbau genagelt, der die Brücke bildete. Die restlichen Pfeile bohrten sich mit lautem „Plock!“ in den Deckaufbau oder flogen über das Meer bis ihre Bahn sie in dieses eintauchen ließ.
Sindin ließ sich von Zudans fürchterlichen Schreien nicht ablenken, er hörte sie nicht einmal. Wohl hörte sie aber Cer, und er hörte auch, wie die Schreie von qualvollen Schmerzensschreien in markerschütternde Todessschreie übergingen, bevor Zudan schlagartig verstummte.
Eine weitere Salve Speere fegte über das Deck, bohrte sich in den Deckaufbau oder flog weiter übers Meer, diesmal ohne Opfer zu durchbohren.
„Geradeaus! Geradeaus! Immer geradeaus!“ befahl Sindin ruhig und bestimmt, direkt hinter Cer stehend. Sindin war eins mit seinen Augen, nur die Schonher beobachtend, denen sie sich immer noch näherten. Dann drehten die Steuermänner auf den Schonhern alle drei gleichzeitig die Ruder, als die drei versuchten, nebeneinander einen Kreis zu fahren, um aus dem Weg der Solong zu kommen und sich hinter sie zu setzen.
Jetzt rief Sindin „Enibas! Wünsche ihnen mehr Wind! Wünsche Ihnen mehr Wind!“ Er hatte sich voll unter Kontrolle, vorgebeugt, die Hände hinter dem Rücken gefaltet, ruhig und bestimmt seine Befehle rufend.
Enibas wünschte, und die Schonher wurden schneller, drehten einen weitaus größeren Kreis als beabsichtigt. Sie würden der Solong nicht mehr gefährlich werden können.
Die Solong passierte die beiden Kastelle, die die Einfahrt des Hafens von Martor mit Speerschleudern, Katapulten und Balisten schützten. Die Schlacht mußte begonnen haben, denn die Straßen, der Hafen, die Kastelle waren menschenleer und Sindin hörte den Kampflärm bis auf das Schiff. Im Hafen lag nicht ein einziges Schiff vor Anker.
„Die armen Menschen!“ seufzte die Wünscherin, sich auf die Geräusche konzentrierend, „Wie viele werden wohl sterben?“
„Ich dachte Du fürchtest den Tod nicht? Du sagst doch immer, dass Du zu den Göttern eingehen wirst.“ sagte Sindin, sie mit schief gelegtem Kopf ansehend.
„Ich fürchte ihn nicht. Aber diese Menschen vielleicht.“ Tiefe Traurigkeit schwang in ihrer Stimme mit.
„Jetzt mach Dir keine Sorgen um die Menschen von Martor! Die sind sowieso verloren. Mach Dir lieber Sorgen, dass wir unser Geld bekommen! Sorg Dich darum, dass das Schiff hier heil rauskommt! Mach dir Sorgen darum, wie wir die Ware ausladen, wo wir die Träger herbekommen! Mach Dir Sorgen um uns!“ fauchte er sie an, plötzlich wütend auf sie. „Hoffen wir, dass die Verteidiger die Mauern halten können, bis wir unser Geld haben!“
Er wusste sofort, nachdem er Enibas angefaucht hatte, dass seine Wut nur eine Reaktion auf die überstandene Gefahr für sich und das Schiff einerseits und andererseits auf die Sorgen, die er genannt hatte, war. Das, was er genannt hatte, waren wirklich die Sachen, um die er sich jetzt sorgte. In dieser Reihenfolge.
Sein Ausbruch hatte nichts mit ihr zu tun und schon bereute er die Worte, tat aber nichts, um sie das wissen zu lassen. Es gab wichtigere Dinge.
Enibas schüttelte bei soviel Egoismus, der sich in seiner Geldgier ausdrückte, nur den Kopf. Sich umdrehend ging sie zur Heckreling.
Ruhig und bestimmt dirigierte Sindin das Anlegemanöver.
„Ich suche den Kaufmann, der das Mehl bestellt hat. Er soll mir ein paar Männer mitgeben. Du, Enibas, wirst in die Stadt gehen und Dich nach dem Stand der Dinge erkundigen. Wenn die Mauern fallen, werden wir nicht entladen. Cer, Du gehst zum Hafenmeister und meldest unsere Ankunft. Wir treffen uns auf dem Schiff wieder!“
Sindins Befehle waren eindeutig. Mit ruhiger, bestimmter Stimme vorgetragen wie immer.
Enibas und Cer konnten sich nur nickend umdrehen und auf den jeweiligen Weg machen. Sindin und Enibas gingen bis zum Ausgang des Hafens miteinander, bis Sindin zum Haus des Kaufmanns abbog.
Cer brauchte nur ein paar Minuten zum Haus des Hafenmeisters, das in der Nähe des südlichen Kastells lag. Es machte einen so unheimlich ruhigen Eindruck, dass es Cer einen gelinden Schauer über den Rücken jagte. Die Türe des Amtszimmers, das einen separaten Eingang hatte, öffnend trat er, sofort den ganzen Raum mit einem Blick streifend, ein.
Keine Kerze brannte, die Papiere lagen ungeordnet auf den Schreibpulten und daneben am Boden. Es war so verdammt ruhig. Er trat an den größten Schreibpult im Raum.
Der breiten Straße vom Hafen in die Stadt folgend spähte Enibas in die Seitenstraßen. Kein Mensch, weit und breit. Immer tiefer ging sie in die Stadt, nach allen Seiten spähend, begleitet vom fernen Lärm einer Schlacht, über die sie gar nichts wusste. Sie erreichte den Marktplatz, einen wahrhaft riesigen freien Platz, der ein kleines Wäldchen umschloss. Das war ein Platz, der einer Stadt wie Martor würdig war. Auch hier sah sie niemanden.
Aufseufzend lehnte sie sich gegen die Holzwand des Hauses hinter sich, unschlüssig wie sie weiter machen sollte. Wenn Sindin jetzt hier wäre, würde er sagen, dass sie sich nicht so anstellen und zur Stadtmauer gehen solle.
„Plock!“ knallte es neben ihr und entsetzt die Augen aufreißend und den Kopf drehend starrte sie auf den Pfeil, der sich neben ihrer Schulter in das Holz gebohrt hatte. Dann riss sie den Kopf herum, der vermutlichen Flugbahn folgend, auf den Abschussplatz schauend.
Enibas erstarrte, den Heiduckenhelm zwischen den Büschen erblickend. Darunter, mehr ahnend als sehend, zwei Heiduckenarme, die die Sehne eines Bogens spannten. Der nächste Schuss würde sitzen. Das wusste sie irgendwie. Ihr Körper war noch immer starr, er würde es nicht schaffen, sich in Sicherheit zu werfen, egal wie oft ihr Geist es ihm befahl. Den Pfeil mit Wünschen abzulenken brauchte sie nicht zu probieren. Ihr Element war der Wind, und Wünscher hatten nur mäßigen bis keinen Erfolg, wenn das Objekt ihres Wunsches nicht ihr Element war. Sie würde sterben. Das wusste sie.
Und jetzt, da es vorbei war, da sie vor ihrem persönlichen Ende stand, erkannte die Wünscherin, dass sie doch schreckliche Angst vor dem Tod hatte. Flehend hob die dürre Mittvierzigerin die Arme, ging auf die Knie. Sie hörte nicht, wie der Pfeil die Sehne verließ.
Cer erreichte die Solong als erster. Rennend, was er rennen konnte. Laut keuchend über die Planke zwischen Schiff und Kai rennend, dann atemlos die Leiter zur Brücke hoch steigend rief er mit schriller Stimme „Macht alles klar zum Ablegen. Wir warten nur noch auf Sindin und Enibas!“, ging dann an die Reling, atmete zwei mal ein und aus.
Die Mannschaft stand starr. Deutlich war der Lärm der Schlacht an und auf den Mauern Martors zu hören.
Als Cer sich umdrehte, hatte er Tränen in den Augen.
„Sie hat sie alle umgebracht!“ stammelte er weinerlich. Und schon während er sprach verwaldete sich sein Mitleid in Wut. Nach einer Pause, in der sich seine Wut voll entwickeln konnte, schrie er die Mannschaft mit dem nächsten Satz an.
„Die Frau des Hafenmeisters hat ihre Kinder vergiftet, damit sie nicht in die Hände der Heiducken fallen. Und jetzt liegt sie auf dem Bett, hat das Gift schon in sich, damit auch sie selbst den Heiducken nicht in die Hände fällt. Jedenfalls nicht lebend! Und sie hat gesagt, dass heute die Mauern fallen werden. Die letzten Wünscher seien gestern bei einem Anschlag innerhalb der Stadt gestorben und alle Männer der Stadt haben sich heute an den Mauern versammelt, um ihr Leben so teuer wie möglich zu verkaufen!“ zum Schluss leiser werdend, die Wut sich wieder in Mitleid wandelnd, schluchtzte er auf. Er kämpfte um seine Fassung, schaffte es, sich zu beherrschen, schaffte es, nicht laut los zu weinen. Dann atmete er tief ein.
„Wollt ihr wohl alles bereit machen zum ablegen! Oder will jemand den Heiducken in die Hände fallen?“ befahl er dann, wie ihn keiner der Mannschaft je eine Anweisung geben gehört hatte.
Die Männer waren sofort an ihren Plätzen, begannen, das Schiff fertig zu machen.
Enibas rannte. Sie war in ihrem Leben noch nicht so gerannt. Ihre Lungen brannten, die Knie rebellierten, wollten nicht mehr, aber sie zwang sie dazu. Sie erreichte das Haus des Kaufmanns, in das Sindin gegangen war. Die Türe öffnend lauschte sie und wandte sich der rechten Tür zu, öffnete sie.
„Ich will das Mehl nicht! Behalten Sie es, schmeißen sie es ins Wasser, machen Sie sonst was damit!“ Beinahe kreischte die Stimme des großen Mannes mit breiten Schultern, der Sindin gegenüberstand. Neben ihm stand eine Frau, weder hübsch noch hässlich, Angst im Gesicht, die Hände gefaltet, immer wieder „Zahl doch! Zahl doch endlich! Ich pfeif‘ auf das Geld!“ wimmernd.
„Sie werden das Mehl bezahlen!“ Ruhig, bestimmt und dem breitschutrigen Mann direkt in die Augen schauend sprach Sindin in seinem Befehlston. Er war wieder eins mit seinen Augen, leicht vorgebeugt, die Hände auf dem Rücken gefaltet. Er war der Herr der Situation. „Und erst dann werden wir darüber verhandeln, was es kosten wird, Euch beide hier wegzubringen!“
„Zahl doch! Zahl doch endlich! Ich pfeif‘ auf das Geld!“ Tränen über ihr Gesicht laufend griff die Frau nach der Hand des Mannes mit den breiten Schultern.
Kurz schaute er zu ihr, bevor er Sindin verzweifelt antwortete.
„Das könnt ihr nicht tun! Bevor wir das ausverhandelt haben, werden die Heiducken hier sein und uns zerreißen! Wir müssen jetzt fliehen, uns jetzt in Sicherheit bringen. Und wenn wir auf See und in Sicherheit sind, dann verhandeln wir!“
„Sindin, die Heiducken sind in der Stadt! Es ist keine Zeit mehr!“ drängte Enibas in die kurze Pause, neben Sindin tretend.
„Ich verhandle! Ich will das Geld, das mir zusteht! Und das soll er zuerst bezahlen!“ Sindin würdigte sie während seiner Antwort keines Blickes, fuhr dann in seinem ruhigen, bestimmten Ton fort.
„Sie werden das Mehl bezahlen! Und erst dann werden wir darüber verhandeln, was es kosten wird, Euch beide hier wegzubringen!“
Enibas schüttelte den Kopf, verließ den Raum. Auf die Straße tretend hörte sie den Kampflärm. Näher als er bei ihrem Eintritt ins Haus war. Sie rannte los. Zum Schiff. In Sicherheit.
Sie würde den Heiducken keine zweite Gelegenheit geben, sie zu erwischen, nachdem sie die erste nur gerade so überlebt hatte. Der Pfeil verließ wohl die Sehne, als sie auf die Knie ging. Das Niederknien und der von all ihrem Lebenswillen genährte Wunsch, der Pfeil möge zu hoch angesetzt sein, hatten dafür gesorgt, dass der Pfeil sich knapp über ihrem Kopf in das Holz bohrte. Dann war Enibas nur noch gerannt.
Sie erreichte das Schiff, als die Heiducken in die Häuser beim Hafen drangen. Sie sah sie, sah aber auch, dass Cer schon alle Vorbereitungen zum Ablegen getroffen hatte, und dass nur noch eine Leine das Schiff hielt.
Sindin war erstaunt wie in seinem Leben noch nicht. Auf einmal war der Raum voll von Heiduckensöldnern und einem salestischen Offizier. Der Offizier grinste die drei an, die Frau schluchzte. „Macht mit ihnen, was ihr wollt!“ befahl er dann und wollte, sich umdrehend, das Haus verlassen.
„Ihr Götter! Wir werden uns freikaufen, wenn uns kein Leid geschieht!“ schrie der breitschultrige Mann mit Panik in der Stimme, während seine Frau hysterisch kreischte.
Mit den nächsten Worten zählte der Breitschultrige dem Offizier auf, was er zu bieten habe.
„Gut, die Summe werden wir später festlegen.“ grinste der Offizier zufrieden, befahl seinen Heiducken dann „Bringt sie in ein Zimmer und sorgt dafür, dass sie drinnen bleiben! Aber es darf ihnen nichts geschehen! Er muß noch die Anweisungen auf die Konten in Deken unterschreiben.
„Wenn ihr diesen sich freikaufen lasst, warum dann nicht auch mich?“ fragte Sindin ruhig und bestimmt. „Ich kann euch das schnellste Schiff weit und breit mit gut geübter Mannschaft und Wünscherin gegen mein Leben anbieten!“
„Wo soll das Schiff sein?“ fragte der Offizier. „Seit Tagen liegt kein Schiff mehr im Hafen!“
„Wir sind erst vor einer Stunde eingelaufen und die Ladung, dreihundert Tonnen Mehl, ist immer noch an Bord!“
„Wenn das stimmt, dann werdet ihr frei sein!“ frohlockte der Offizier. „Los, wir gehen zum Schiff!“
Als Sindin vor die Tür trat, einen Blick zur Solong werfend, wusste er, dass etwas fürchterlich schief gelaufen war. Das Schiff war zu weit vom Kai entfernt.
„Sie fliehen!“ stöhnte Sindin, fing sich aber sofort wieder.
„Wenn ihr das Schiff nicht verlieren wollt, dann sollten wir rennen!“ empfahl Sindin ruhig und bestimmt, dabei schneller gehend.
„Wenn Ihr Euer Leben nicht verlieren wollt, dann solltet ihr dafür sorgen, dass das Schiff hier bleibt!“ antwortete der Offizier, fiel aber trotzdem in einen Trab neben Sindin.
Sie kamen näher, aber zu langsam. Das Schiff drehte sich, und plötzlich drehte es sich noch schneller, nahm Fahrt auf. Sindin sah Cer und Enibas auf dem Deck stehen.
„Bleibt hier! Bleibt hier, ihr Verräter! Das ist mein Schiff!“ schrie Sindin, empfahl dann ruhig und bestimmt dem Offizier „Erschießt die beiden! Erschießt sie, dann haben wir das Schiff!“
„Sie sind außer Reichweite!“ sagte der Offizier, während Sindin so etwas wie „ ... geänderte Prioritäten ...“ vom Schiff vernahm. Er schaute zum Schiff, sah Enibas an der Heckreling stehen, zu ihm schauend. Dann nahm aber der nächste Satz des Offiziers seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch.
„Er ist ein Lügner! Er gehört euch!“
Sindin hatte Geschichten darüber gehört, was einen Lügner bei den Heiducken erwartete. Er konnte nur „Nein! Nein! Nicht!“ stammeln. Keine Spur mehr von Ruhe und Beherrschung.
Und das, was er in den kommenden Stunden noch schrie, war weder ruhig noch beherrscht, es war nur laut und ziemlich undeutlich.
Enibas sah Sindin kleiner werden. Sie würden es schaffen, würden erneut die Blockade durchbrechen. Und sie würden Leben.
Enibas hatte auch weiterhin keine Angst vor dem Tod. Aber keine Angst vor dem Tod zu haben, bedeutet nicht, dass man sterben will, dass man nicht um sein Leben kämpft.
Cer drehte sich kurz zu Enibas, die an der Heckreling stand, dann wieder nach vorn. Er war erleichtert, dass er heute die Prioritäten, von denen der Kapitän immer erzählte, richtig gesetzt hatte. Der Kapitän war nicht da, also war das Schiff oberste Priorität. Und das hatte er gerettet.
Zuletzt geändert von Teja am So 20. Mai 2007, 14:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Leanyka
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Verfasst: So 24. Sep 2006, 10:04 |
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Registriert: Mo 17. Apr 2006, 10:17
Beiträge: 190
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Hi und ein Herzliches Willkommen hier
Zitat: sagte sie, sich umdrehend, nach dem Heck gehend zum Heck gehend hört sich schöner an... oder: und ging in Richtung Heck Zitat: Sie werden uns den Weg verlegen wollen Diese Ausdrucksweise habe ich noch nie gehört, interessant... *g* Zitat: Wenn die Kraft des Wünschers ausreichte. Tolle Idee! Zitat: sie solle nach rechts abdrehen, während er sich wünschte, dass das Schiff nach links abdrehte In dieser Situation hätte ich mir die Fachbegriffe, also Steuer- und Backbord gewünscht  Fügt sich besser in diese Geschichte. Zitat: Mittlerweile waren drei lange, schmale, schnelle Boote, Schonher, an Steuerbord aufgetaucht. Die Schiffe heißen Schonher, oder? Vielleicht besser so kennzeichnen: drei lange, schmale, schnelle Boote -Schonher- oder die Beschreibungen ein wenig mehr auf den Satz verteilen, dass die Aufzählung nicht zu lang wird. (Nur ein kleiner Tipp) Zitat: Nur noch aus seinen Augen bestehend, alles um ihn herum vergessend, leicht vorgebeugt dastehend Hier hälst du zu lange nur einen Stil durch, an einigen anderen Stellen ebenso. Wirkt auf den Leser auf Dauer etwas ermüdend und langweilig. Mein Vorschlag: Nur noch aus seinen Augen bestehend, vergaß er alles um sich herum, während er leicht vorgebeugt dastand... Zitat: bohrte sich in den Deckaufbau Statt Deckaufbau vielleicht einfach nur Holz, weil es vorher schon ofter benutzt wurde... Zitat: Bevor wir das ausverhandelt haben,
Hm... heißt das nicht ausgehandelt?
Ist die Geschichte damit schon zu Ende, oder gibt es eine Fortsetzung?
Jedenfalls hat sie mir ganz gut gefallen, vor allem zum Schluss hin wurde es noch einmal richtig spannend und die wörtliche Rede ist dir sehr gelungen. (Letzteres in der gesamten Geschichten)
Die Story an sich habe ich so noch nie gelesen, also auch von der Idee her. Gut fand ich auch, dass sie nicht voherzusehen war, sondern immer einen spannenden Verlauf nahm. Zudem interessante und ebenfalls neue Ideen an passenden Stellen eingebaut, damit es nicht langweilig wurde, schön!
Allerdings kam ich an manchen Stellen durcheinander in Sachen ,,Wer ist denn jetzt wer?" Für meinen Geschmack ein paar Namen zu viel auf einmal, dass ich sie mir hätte merken können. Hier hättest du vielleicht zu den Einzelnen Personen mehr schreiben können, auch von den Gedanken und Gefühlen des Einzelnen her. Die Wünscherin und Enibas sind mir von der ganzen Story zum Schluss als letztes in Erinnerung geblieben.
Dann hat mir nicht so recht gefallen, dass du an einigen Stellen immer denselben Stil durchgezogen hast, wie oben auch schon angemerkt.
man schreibt sich...
lieben Gruß
Leányka
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Teja
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Verfasst: Mo 25. Sep 2006, 20:37 |
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| Taschenbuch |
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Registriert: Sa 23. Sep 2006, 15:46
Beiträge: 496
Wohnort: Bei Heidelberg
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Hi Leanyka,
vielen Dank für Dein langes Kommi und das Lob. Den einen oder anderen Vorschlag werde ich mir überlegen.
Was ich nicht ändern werde ist der Stil. Das habe ich absichtlich so angelegt um die wirkung zu testen. Wenn Du ihn ermüdend findest, dann danke, dass Du mir das gesagt hast.
Was mich jetzt verwirrt sind die von Dir angesprochenen Punkte:
Ist die Geschichte zu Ende? Ja, eigentlich schon.
Zu viele Personen. Hm, ja, für eine Kurzgeschichte schon hart an der Grenze.
Und worüber ich ganz entsetzt bin:
Zitat ... die Wünscherin und Enibas ...
Enibas ist die Wünscherin. Kommt das nicht so rüber?
Auf jeden Fall Danke für Deine Anregungen.
LG
Teja
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Leanyka
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Verfasst: Mo 25. Sep 2006, 20:45 |
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Registriert: Mo 17. Apr 2006, 10:17
Beiträge: 190
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Hi!
Zitat: Wenn Du ihn ermüdend findest, dann danke, dass Du mir das gesagt hast. Habe ich schon wieder allgemein den Begriff Leser benutzt? Ups, passiert mir immer, dass ich vergesse, den Leser als Individualität zu sehen und nicht als Masse  Ja, war nur meine Meinung und der Gedanke, dass andere ihn auch so sehen könnten. Zitat: Ist die Geschichte zu Ende? Ja, eigentlich schon Ich dachte nur, weil man sie gut weiterschreiben könnte... naja aber mit welcher Geschichte kann man das nicht Zitat: Und worüber ich ganz entsetzt bin: Zitat ... die Wünscherin und Enibas ... Enibas ist die Wünscherin. Kommt das nicht so rüber?
Hoppala... siehst du? Irgendwie haben mich die vielen Personen etwas konfus gemacht... für mich kam sie tatsächlich als zwei Personen rüber. Ich glaub ich lese es noch mal... so was, das ist ja noch nie passiert *g* Naja für mich sind es für eine Kurzgeschichte einfach zu viele Chars.
lieben Gruß,
Leányka
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Der Weltenwanderer
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Verfasst: Mo 02. Okt 2006, 18:44 |
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| Heft |
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Registriert: So 24. Sep 2006, 18:41
Beiträge: 173
Wohnort: Leverkusen
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Hi! Um mal eine andere Meinung zu vertreten...  ich finde deinen Stil überhaupt nicht ermüdend... die Geschichte ist für mich flüssig und gut zu lesen! Ich denke auch nicht das du zuviele Char. drin hast, aber ich denke insgesamt ist das alles Geschmackssache und du kanst es nie jedem recht machen! Den Satz "...geänderte Prioritäten" bzw. dass sich die egoistische Pioritäten des Kapitäns gegen ihn selber wenden ist eine total geniale Idee!!! Wenn er nicht so egoistisch gewesen wäre... Schade das man nicht mehr über deine Welt erfährt, aber das würde den Rahmen deiner Geschichte sprengen und auch nicht unbedingt passen... bin trotzdem neugierig!  Wenn du Fachbegriffe aus der Seefahrt benutzen würdest, würde das Ganze "echter" klingen, aber vielleicht benutzt man die in deiner Welt gar nicht... Ich bin mir nicht sicher was Heiduken eigentlich sind, du benutzt die Begriffe Menschen und Heiduken nebeneinander, also sind sie keine Menschen, oder meinst du mit "den Menschen" die Stadtbevölkerung (dann vielleicht besser: Leute)!? Heiduken kommt mir irgendwie bekannt vor... egal, mir gefällt deine Geschichte!!! 
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Soleil
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Verfasst: Di 03. Okt 2006, 09:23 |
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| Administratorin |
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Registriert: Do 11. Mai 2006, 15:08
Beiträge: 6368
Wohnort: Berlin
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Hallo,
herzlich Willkommen!
Zitat: Ich lese sehr viel, habe mir auch immer vorgestellt, wie es ist, eine Geschichte zu schreiben, habe aber bis zum 25.12.05 nie eine Geschichte geschrieben. An diesem Tag setzte ich mich dann einfach hin und schrieb eine. Finde ich sehr gut  Falls Du Fragen rund ums Schreiben haben solltest, dann schau doch mal in Autoren und Leser rein. Nun aber zur Geschichte: Zitat: „Es war ein Fehler die Reise zu unternehmen! Es wird sehr gefährlich werden“ stellte Enibas mit monotoner Stimme fest, weiter geradeaus auf den Horizont starrend. Finde ich einen sehr guten Einstieg, man ist sofort gespannt. Zitat: Seit kurzem konnten sie die Flotte der Salester sehen, die vor Martor kreuzend die Stadt von jeglichem Nachschub über See abschnitt. Den Blick seufzend von der salestischen Flotte abwendend und den Kopf zu ihr drehend fragte Sindin „Wieso?“ Hier sind für den Anfang für meinen Geschmack zu viele Namen und Begriffe drin. Enibas hätte ich z.B. auch nicht als weiblichen Namen gesehen, aber Enibas ist doch mit "ihr" gemeint? Zitat: „Du riskierst Deine Besatzung, Du riskierst Dein Schiff und Du riskierst Dein Leben.“ Das "du" in wörtlicher Rede klein. Nur "Sie" oder "Ihr/ Euch" groß. Zitat: Du weißt, dass ich die Solong nicht riskieren würde. Nie!“ Du könntest den Schiffsnamen kursiv setzen. Zitat: Ihn mit ihren Augen fixierend Komma Zitat: Es machte ihm Spaß, und er wusste, dass die Wünscherin diesen Streit brauchte Was ist eine Wünscherin? Zitat: Er sah die tiefe Wut, die dahinter kochte, aber es kümmerte ihn nicht besopnders. besonders (Einfach rechts oben auf "Edit" klicken) Zitat: Sie hatte wohl längere Zeit über diesen Sachverhalt nachgedacht und war dabei in Wut geraten. Er würde sie in Zukunft besser beschäftigen müssen. An dieser Stelle frage ich mich, wer die beiden sind, was sie tun. Er kann ihr offenbar wie einer Untergebenen Aufgaben übertragen, aber sie spricht dennoch so offen mit ihm und schreit ihn auch noch an. Er lässt das zu... warum? Zitat: Alles andere war austauschbar. Und wenn er eine neue Wünscherin oder einen Wünscher brauchte, würde er auch einen finden. Was ist ein Wünscher? Wenn sie so austauschbar ist.. das wird sie doch auch wissen? Warum redet sie dann so mit ihm? Zitat: Sie beschworen die Mächte, sie wünschten sich von den Göttern Komma Zitat: dass etwas passierte oder nicht passierte, und so konnte jede Flaute überwunden, jedes noch so waghalsige Manöver erfolgreich beendet werden. Passiert denn dann auch immer genau das, was sich der Wünscher gewünscht hat? Ich meine, es ist doch sicher trotzdem von der Laune der Götter abhängig? Zitat: die damit die maximal überhaupt mögliche Geschwindigkeit erreichten. Vorschlag: die damit die maximalste (warum nicht: schnellste?) Geschwindigkeit erreichten Zitat: Das Schiff drehte jedes Mal scharf nach rechts ab, schärfer als es mit dem Ruder je möglich gewesen wäre. Sie merkte irgendwann, dass er sich dabei konzentrierte, dass er sich auch etwas wünschte, und wünschte sich nie wieder eine Kursänderung, deren Grund sie nicht verstand. Damit machte sie sich einen Spaß mit ihm, denn ab da musste er viel mehr erklären, musste seine Pläne weiter offen legen, als er es vorher getan hatte. Er ist also auch ein Wünscher? Kann denn jeder Wünscher werden? braucht es da eine Ausbildung? Besondere Fähigkeiten? Zitat: Die restlichen Pfeile bohrten sich mit lautem „Plock!“ in den Deckaufbau oder flogen über das Meer bis ihre Bahn sie in dieses eintauchen ließ. Warum gehen sie nicht in Deckung? Habe ich es jetzt richtig verstanden, dass sie da in einem Hafen anlegen, der von feindlichen Schiffen umzingelt ist und angegriffen wird? Um da dann in seelenruhe einzukaufen? Zitat: Ihr Element war der Wind, und Wünscher hatten nur mäßigen bis keinen Erfolg, wenn das Objekt ihres Wunsches nicht ihr Element war. Warum benutzt sie dann nicht den Wind, um den (hölzernen) Pfeil davontragen zu lassen? Zitat: „Wollt ihr wohl alles bereit machen zum ablegen! Oder will jemand den Heiducken in die Hände fallen?“
Durch deren Schiffsblockade sie da gesegelt sind? Und jetzt sind sie überrascht, dass die auch in der Stadt sind? *g Irgendwie etwas... unlogisch.
Mir hat Deine Geschichte gut gefallen, vor allem, da Du ja noch "Anfänger" bist. Du hast auch genau mein Thema getroffen, Schiffe, Meer, Kampf... wirklich toll. *g
Aber ich hätte mir noch mehr semännische Begriffe gewünscht, Bemerkungen darüber, wie das Meer aussieht, riecht, schmeckt, einige Beleidigungen vielleicht "Ihr elenden Landratten" oder einfach etwas, dass mir die Seefahrt echter und glaubhafter macht.
Das mit der gesamten Aktion habe ich doch jetzt richtig verstanden, nämlich so?:
Sie brechen durch eine Blockade, die vom Kapitän als "schwarzer Teig" bezeichnet wird, so viele Schiffe sind es. Sie tun es, weil sie Mehl geladen haben, die sie in der Stadt, die belagert wird, verkaufen wollen?
Rechnen sie nicht damit, dass die Menschen so verzweifelt sein könnte, dass sie das Schiff bestürmen um zu fliehen? Das sie vielleicht so hungrig sind, dass sie das Schiff entern und nicht bezahlen, sondern sich das Mehl nehmen? Und nur Mehl is bissl wenig oder? *g
Gut, der Kapitän ist geldgierig, aber so recht reicht mir das als Begründung nicht aus. Sein Schiff ist doch sein ein und alles, das riskiert er doch nicht einfach so?
Und wenn Enibas (umgekehrt lesen? *g) wirklich "Matrose" ist, warum darf sie so mit dem Kapitän reden? Schon mal was von Meuterei gehört? *gg (Nichts anderes passiert doch, als sie ihn dann zurücklassen?)
Aber alles in allem hat mir die Geschichte gut gefallen, sie enthält wie eine kleine Moral und das finde ich auch gut. Wird es denn noch mehr von Enibas zu lesen geben? Neue Abenteuer? Wird sie jetzt der Kapitän sein?
Ich warte mit Spannung
LG
Soleil
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Teja
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Verfasst: Di 03. Okt 2006, 20:17 |
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| Taschenbuch |
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Registriert: Sa 23. Sep 2006, 15:46
Beiträge: 496
Wohnort: Bei Heidelberg
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Hallo Soleil, Hallo Weltenwanderer,
erstmal Danke für Eure ausführlichen Kommentare.
Ja, Begriffe auf der Seefahrt zu verwenden wäre für eine Seefahrergeschichte vorteilhaft gewesen. Nee, ist eigentlich ein unverzeihlicher Fehler meinerseits, es nicht zu tun.
Wie Weltenwanderer richtig bemerkt hat, kann ich in dieser Geschichte eigentlich nicht viel mehr Erklärungen reinbringen. Es ist eine Geschichte, die auf Geschwindigkeit angelegt ist und darum habe ich alles weggelassen, was die Geschichte langsamer machen würde.
Darum erkläre ich hier ein paar Details:
Eine Wünscherin ist eine Frau mit einer solchen mentalen Kraft, dass sie ihre Wünsche in Erfüllung gehen lassen kann. Es gibt auch Wünscher, deren Kraft ist aber nicht so stark. Dass sie sich ein Ereignis von den Göttern wünschen, ist klar, denn an irgendetwas müssen Wünscher ihren Wunsch ja richten. Allerdings spielen die Götter in einer anderen Liga und interessieren sich nicht besonders für die Menschen und Heiducken.
Die vielen Namen sind verwirrend, weil es sich um eine komplett fremde Welt handelt.
Der Kapitän eines Schiffes ist wie überall der Kapitän. Die Wünscherin ist ein Mitglied der Mannschaft, die mit ihren Wünschen für guten Wind sorgt, den Kurs ändern kann, usw.
Heiducken kann man in etwa mit Orks vergleichen.
Sindin segelte durch die Schiffsblockade, um sein Mehl in der belagerten Stadt zu verkaufen. Belagerte sollten eigentlich hungrig sein und haben relativ wenig interesse an anderen Sachen als daran, die Stadt zu verteidigen, ihren Hunger zu stillen und am Leben zu bleiben. Deswegen fährt Sindin mit Mehl, auch um seinen Gewinn zu maximieren.Dass sindin sein Schiff riskiert, ist ihm egal, den wer nichts wagt, der gewinnt auch nichts. Und Sindin weiß das. Also wagt er sein Schiff um den Gewinn einzustreichen.
Enibas wagt eine große Klappe, obwohl sie weiß, dass sie austauschbar ist. Es gibt Situationen, in dem das aber nicht so ist. Wie sollte Sindin auf hoher See eine Wünscherin auftreiben? Vielleicht mag Sindin die Dame und will sie gar nicht austauschen, obwohl sie eine so große Klappe hat?
So, das mal von meiner Seite. Habe eigentlich gedacht, die Geschichte wäre einigermaßen selbsterklärend.... Hm.
CU
Teja
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LadydesBlauenMondes
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Verfasst: Fr 06. Okt 2006, 11:54 |
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| Buch |
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Registriert: Do 09. Feb 2006, 16:25
Beiträge: 775
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hallo teja,
auch von mir noch ein herzlichen willkommen im forum!
hier erstmal ein paar textstellen:
Zitat: „Ich riskiere doch das Schiff nicht! Du weißt, dass ich die Solong nicht riskieren würde. Nie!“ wortwiederholung von „riskieren“ da findet sich doch bestimmt eine gescheite alternative auch wenn mir im moment keine einfällt Zitat: Sie werden uns den Weg verlegen wollen!“ Verlegen? Meinst du vllt „versperren“? Zitat: Die beiden Linienschiffe an Backbord wollten ihm den Weg verlegen. Siehe oben! Zitat: Enibas wünschte, und die Schonher wurden schneller, drehten einen weitaus größeren Kreis als beabsichtigt. Irgendwie hab ich gedacht sie würde eine längere „erholungsphase“ brauchen Zitat: Sorgen, die er genannt hatte, war. Das, was er genannt hatte, waren wirklich die Sachen, um die er sich jetzt sorgte. Wortwiederholung von „genannt“, vllt wäre „erwähnt“ eine ganz nette alternative Zitat: Er trat an den größten Schreibpult im Raum. mMn müsste es „an das größte Schreibpult“ heißen, oder? Zitat: Den Pfeil mit Wünschen abzulenken brauchte sie nicht zu probieren. Ihr Element war der Wind, und Wünscher hatten nur mäßigen bis keinen Erfolg, wenn das Objekt ihres Wunsches nicht ihr Element war. Sie könnte sich doch so starken wind wünschen, das er pfeil aus seiner flugbahn geworfen wird. Zitat: Rennend, was er rennen konnte. Laut keuchend über die Planke zwischen Schiff und Kai rennend, Wortwiederholung „rennen“, vllt mal „laufen“ einbauen Zitat: Und schon während er sprach verwaldete sich sein Mitleid in Wut. verwandelte Zitat: Sindin würdigte sie während seiner Antwort keines Blickes, fuhr dann in seinem ruhigen, bestimmten Ton fort. „Sie werden das Mehl bezahlen! Und erst dann werden wir darüber verhandeln, was es kosten wird, Euch beide hier wegzubringen!“ Wieso wiederholen die sich ständig? Zitat: Sie sah sie, sah aber auch, dass Irgendein „sie sah“ ist zuviel Zitat: Wir werden uns freikaufen, wenn uns kein Leid geschieht!“
Sie wollen sich doch freikaufen, damit ihnen kein leid geschieht, oder? Irgendwie ist das komisch formuliert.
ui,eine kleine seefahrergeschichte. eigentlich fand ich es von der idee her ganz schön, mal was anderes als immer diese seeschlachten.
aber du solltest beim schreiben ein bisschen auf die wortwiederholungen achten. und den dialog zwischen sindin und diesem händler fand ich auch sehr merkwürdig, die haben nicht richtig diskutiert sondern sich nur wiederholt. aber ich denke das bekommst du schon hin.
mir haben auch ein bisschen die beschreibungen der personen gefehlt, ich konnte mir kein richtiges bild von ihrem äußeren machen, aber dafür hast du den charakter schön dargestellt.
die figur der wünscherin mag ich ja. auch wenn ich mich am anfang schon gefragt hab, wie das gewünsche den nun funktioniert, aber das hat man dann ja am ende erfahren.
also mach weiter so!
lg
Lady
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Teja
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Verfasst: Fr 06. Okt 2006, 15:55 |
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| Taschenbuch |
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Registriert: Sa 23. Sep 2006, 15:46
Beiträge: 496
Wohnort: Bei Heidelberg
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Hallo Lady,
danke für die Mühe, einen so ausführlichen Kommentar zu verfassen.
Ich gehe auf ein paar der von Dir genannten Einzelheiten ein:
Verlegen: Ist in der militärischen Sprache ein normaler Begriff, der zwar versperren bedeutet, aber niemand sagt verlegen. Zumindest nicht in der neueren militärischen Literatur.
Das mit dem Wind der den Pfeil aus der Flugbahn wirft: Stimmt, wäre eine Möglichkeit. Aber sie könnte auch ins Auge gehen. In Enibas Auge.
Wie gesagt, diese Möglichkeit habe ich nicht bedacht.
Wiederholungen: Jemand der auf seiner Sache besteht, über diese nicht debattieren sondern durchgesetzt sehen will, wiederholt sich. Bestes Beispiel ist dieser Cato (mir fällt der komplette Name nicht mehr ein), der in Rom jede seiner Reden vor dem Senat mit den Worten "Im übringen bin ich der Meinung, dass wir Karthago zerstören sollten" schloss. Was die Römer dann im dritten punischen Krieg auch getan haben.
So, und wenn Du Dir den Stress vergegenwärtigst, unter dem diese Personen stehen, nämlich demnächst gemeuchelt zu werden, dann ist es klar, dass sie sowieso nicht mehr klar denken, sondern nur noch ihr Ziel durchsetzen wollen. Sindin will seine Kohle, die ihm höher steht als sein Leben, die Frau will nur fliehen, egal was sonst noch ist, und der Händler will fliehen, aber unter Bedingungen.
Hm, da fällt mir ein: Die Werbung wiederholt auch dauernd die gleichen Sätze, nur um ihr Ziel durchzusetzen, die Wirtschaft trichtert uns seit mehreren Jahren mit den gleichen Phrasen (manchmal sogar identischen Sätzen) ein, dass wir zu teuer produzieren, usw. Aber ich schweife ab.
"Sie sah sie, sah aber auch ...": "Sie (Enibas) sah sie (die Soldaten aus dem Satz davor), sah aber auch ...."
Wir werden uns freikaufen, wenn uns kein Leid geschieht: Dies benutze ich, um die Bedingungen, die an die Zahlung geknüpft sind ("wenn") im direkten Gespräch mit dem Bedroher deutlich zu machen. Ist sozusagen eine logische Verknüpfung: Wenn kein Leid, dann Zahlung.
Der Satz "Wir werden uns freikaufen, damit uns kein Leid geschieht" hat für mich eine andere Bedeutung: Diesen Satz würde ich benutzen, um einem anderen, z.B. einem Unbeteiligten, zu erklären, warum ich mich freigekauft habe.
Meiner Meinung nach ist die Bedingung mit wenn wesentlich stärker betont als mit damit.
Ist die alte Geschichte, ich gebe Dir das Geld, wenn ich in Sicherheit bin, damit du mich nach der Zahlung doch noch umlegst.
Naja.
Und mit allem anderen bin ich voll einverstanden.
CU
Teja
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Lain
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Verfasst: Sa 07. Okt 2006, 19:02 |
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| Lexikon |
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Registriert: Mi 12. Jan 2005, 11:58
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Sanyasala, Teja!
Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung von Schiffen, aber deine Geschichte hat mir doch sehr gut gefallen. War auch für jemanden verständlich, der mit der Seefahrt nichts zu tun hat und die paar fremden Begriffe (wie Schonher) haben sich im Text gut selbst erklärt.
Das war ein richtiges kleines Abenteuer, und auch wenn mich die hohe Seitenzahl (sechs und ein bisschen was - bin ich dafür schon zu müde?) ein bisschen abgeschreckt hat, gings dann schneller vorbei als erwartet. Der Text ließ sich flüssig lesen, ich bin kaum über Fehler gestolpert und spannend war es auch. Ich hab Respekt vor jemandem, der nur um des Geldes Willen sein Schiff in eine von Barbaren belagerte Stadt fährt. Das zeugt von Mut und von ein bisschen Wahnsinn und das sind zwei Dinge, die mir sehr gut gefallen. Zudem hast du recht gute Kämpfe drin, das Manöver auf See war nicht schlecht und was in der Stadt abging... sagen wir mal so, ich bin ziemlich froh, dass du nicht beschrieben hast, was die Heiducken alles mit ihnen anstellen.
Die Charaktere, vor allem Sindin hast du sehr gut beschrieben, finde ich. Seine Motvation und sein Egoismus waren so schön nachvollziehbar  . Enibas wirkt geheimnisvoll und kann sich wohl nicht ganz entscheiden, ob sie den Tod jetzt fürchten soll oder nicht. Am Anfang entschieden nein, in Momenten, wo sie wirklich nah dran ist zu sterben dann wieder doch und außerhalb von Gefahr wieder nicht... mitte vierzig sollte man sich mit solchen Einstellungen ein bisschen leichter tun *gg*. Aber ich mag sie trotzem. Von dem dritten im Bunde, diesem Cer, erfährt man leider nicht allzu viel, aber er spielt auch eigentlich erst gegen Ende eine Rolle, deswegen ist das nicht so schlimm. Die haben übrigens alle tolle Namen, die Leute *lob*.
Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen... wenn alle entkommen wären, wärs ein Happy End, so eben nur ein halbes *gg*. Irgendwie hat Sindin das nicht verdient, so zu sterben (auf welch grausame Art sie ihn auch immer). Okay, Geldgier ist nun kein besonders ehenhafter Charakterzug, aber den Tod hat man deswegen auch nicht gleich verdient. Vermutlich hätte er einfach ein bisschen besser auf seine Mannschaft aufpassen sollen und nicht nur auf sich selbst und das Schiff, dann hätten die vielleicht auch auf ihn gewartet... eventuell... halt wenn er nicht so gemein gewesen wäre.
Zitat: „Wieso behältst Du dann das Geld, solange einer von uns bei Dir fährt? Wieso kriegen wir das Geld erst, wenn wir Dich und die Solong verlassen? Natürlich erst, nachdem wir für die Kosten der Verwaltung unseres Geldes aufgekommen sind!“ Da hab ich mir schon gedacht, dass Sindin sich nicht unbedingt Freunde macht mit seiner Sache. Auch wenn du den Streit so ein bisschen erklärt hast, halt damit, dass Enibas den braucht. Es ist doch schon ein sehr ernstes Thema, dass sie hier anspricht. Sein Fehler ist glaube ich auch, dass er diese Sache hier nicht ganz ernst genommen hat. Zitat: „Oder warum suchst Du Dir nur alleinstehende Seeleute aus, die keine Erben haben?“ Aber er stellt das geschickt an, das Leute ausbeuten, das muss man ihm lassen. Er weiß schon, wie er sich durchs Leben mogelt *gg*. In die eigene Tasche zu wirtschaften und die Leute zu verarschen ist ja auch so ein bisschen Lebenskunst. Zitat: Wieder bedauerte er es, dass die Mittvierzigerin so gar nichts weibliches an sich hatte. Also ich find das gut  Ich mag das nicht, wenn die Frauen in der Fantasy immer so übertrieben weiblich sind, halt nichts an und so... da ist Eniba hier eine willkommene Abwechslung... Zitat: Wünscherinnen und Wünscher waren nicht so selten. Und beinahe jedes Schiff hatte einen. Oder eine. Sie beschworen die Mächte, sie wünschten sich von den Göttern dass etwas passierte oder nicht passierte, und so konnte jede Flaute überwunden, jedes noch so waghalsige Manöver erfolgreich beendet werden. Das mit den Wünschern finde ich wirklich sehr interessant... schade eigentlich, dass man nicht noch mehr über die Welt erfahren hat bzw. auch über die unterschiedlichen Wünscher, weil da scheints ja mehrere Sorten mit jeweils anderen Begabungen zu geben. Zitat: Heiducken, die eine Stadt, oder auch nur einen Weiler mit drei Hütten und zwei Ställen überfielen, ließen meist nichts am Leben und kaum etwas zurück, mit dem man den Wiederaufbau hätte anfangen können. Das ist wirklich eine sehr effiziente Art um Krieg zu führen. Ist ja später nichts mehr übrig, was noch Wiederstand leisten könnte  Diese Heiducken und ihr Leben sind auch so eine Sache, über die ich gerne noch ein paar mehr Infos hätte, die scheinen ein richtig interessantes Völkchen zu sein. Zitat: Enibas rannte. Sie war in ihrem Leben noch nicht so gerannt. Ich war irgendwie total glücklich, dass sie dann doch nicht tot war. Irgendwie hat sie das auch nicht verdient... nach diesem Abschnitt mit dem Pfeil hab ich echt gedacht, das wars jetzt mit ihr, das hätte ich wirklich traurig gefunden. Ich frage mich nur, wie sie es in dieser Situation noch geschafft hat zu entwischen... Fehlerchen: Zitat: Er sah die tiefe Wut, die dahinter kochte, aber es kümmerte ihn nicht besopnders. „Oder warum suchst Du Dir nur alleinstehende Seeleute aus, die keine Erben haben?“ besonderes... Zitat: Die Schlacht mußte begonnen haben, denn die Straßen, der Hafen, die Kastelle waren menschenleer und Sindin hörte den Kampflärm bis auf das Schiff. musste... Zitat: Keine Kerze brannte, die Papiere lagen ungeordnet auf den Schreibpulten und daneben am Boden. Es war so verdammt ruhig. Er trat an den größten Schreibpult im Raum. das... Zitat: „Macht alles klar zum Ablegen. Wir warten nur noch auf Sindin und Enibas!“, ging dann an die Reling, atmete zwei mal ein und aus. "Mal" groß schreiben... Zitat: Und schon während er sprach verwaldete sich sein Mitleid in Wut. Nach einer Pause, in der sich seine Wut voll entwickeln konnte, schrie er die Mannschaft mit dem nächsten Satz an. verwandelte... Zitat: Die letzten Wünscher seien gestern bei einem Anschlag innerhalb der Stadt gestorben und alle Männer der Stadt haben sich heute an den Mauern versammelt, um ihr Leben so teuer wie möglich zu verkaufen!“ zum Schluss leiser werdend, die Wut sich wieder in Mitleid wandelnd, schluchtzte er auf. schluchzte... Zitat: „Sie werden das Mehl bezahlen!“ Ruhig, bestimmt und dem breitschutrigen Mann direkt in die Augen schauend sprach Sindin in seinem Befehlston.
breitschultrigen...
Liebe Grüße, Lain
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Teja
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Verfasst: Do 12. Okt 2006, 21:49 |
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| Taschenbuch |
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Registriert: Sa 23. Sep 2006, 15:46
Beiträge: 496
Wohnort: Bei Heidelberg
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Hallo Lain,
freut mich, noch jemanden zu treffen, der keine Ahnung von Schiffen hat.
Danke für das Lob Sindin betreffend. Ich werd's ihm ausrichten.
Was Enibas betrifft: Ich mag auch die Supertop-Models nicht, die in der Fantasy immer die Heldinnen abgeben und ich glaube, da habe ich was von Pratchett abbekommen, weil er einer der wenigen ist, dessen Helden generell aus dem Rahmen fallen. Wie Sindin eigentlich auch.
Enibas hat sich nicht entschieden? Ich denke doch. Sie fürchtet den Tod nicht. Aber das heißt noch lange nicht, dass man freudig, aber unnötig in den Tod gehen muss. Auch wenn man den Tod nicht fürchtet, ist nicht tot-sein besser.
Ob die Heiducken interessant sind? Oh ja, da konnte ich mich so richtig austoben. Muuuuahahahahahaaaaa!
Und die Fehlerchen? Werde ich noch ausbessern.
Freue mich wahnsinnig, dass Dir die Geschcihte gefallen hat.
CU
Teja
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krabbel
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Verfasst: Mi 13. Jun 2007, 20:55 |
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| Journal |
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Registriert: Mi 15. Jun 2005, 22:15
Beiträge: 245
Wohnort: Dortmund
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Hi Teja,
eine Geschichte aus meinem allerallerallerliebsten Gerne: Fantasy kreuzt Seefahrt. Ach, wie schön.
Daher ist meine Wahrnehmung natürlich ein bisschen getrübt. Ich finde die Geschichte selbstverständlich toll. Fangen wir also einfach mal mit dem Formalkram an:
Zu Anfang ist nicht klar, dass sich die Solong von See her der Stadt nähert, es gibt sogar Indizien für das Gegenteil: Zitat: tellte Enibas mit monotoner Stimme fest, weiter geradeaus auf den Horizont starrend. Wenn Sie aufs Land zufahren, ist der Horizont NICHT zu sehen. Es sei denn, sie wären zu weit draußen. Bei eine Welt, die eine ähnliche Krümmung hat, wie unsere, wäre eine sehr sehr gewaltige Flotte nötig, um außerhalb der Sichtweite von Land, eine Blockade aufzubauen (bei guter Sicht). Zitat: ich muss mich auf die Aufgabe konzentrieren! Hier hatte ich zunächst gedacht, dass "meine Aufgabe" wirklich schlüssiger wäre, da ja auch andere an Bord eine haben. Wenn aber ihre alle anderen bei weitem überwiegt, ist das in Ordnung. Zitat: dass die Mittvierzigerin so gar nichts weibliches an sich hatte. Weibliches groß schreiben. Zitat: Und dann, wie automatisch fuhr er fort Komma nach "automatisch" und Doppelpunkt hinter "fort" Zitat: sie wünschten sich von den Göttern dass etwas passierte oder nicht passierte, Komma nach "Göttern" Zitat: sie solle nach rechts abdrehen, während er sich wünschte, dass das Schiff nach links abdrehte. Wirklich nicht Backbord und Steuerbord? *grins* Zitat: schärfer als es mit dem Ruder je möglich gewesen wäre. Komma nach "schärfer". Zitat: und träge auf die Hafenstadt Martor zu fließen, "zu fließen" zusammen schreiben, auch wenn gängige RS-Prüfungen das anders sehen, liest sich einfach besser und ist richtig. Zitat: er wusste aus Berichten im letzten Hafen, als sie das Mehl in den Bauch des Schiffes aufgenommen hatten, Das "als" klingt ein wenig umgangsprachlich, eloquenter wäre "in dem sie das Mehl". Zitat: Schonher Ist dies ein Schifftyp aus Deiner Fantasie? Ansonsten wäre es ein Schoner. Siehe auch Wikipedia
Aber jetzt ist erstmal gut mit der Spitzfindigkeit.
Während Du den Cap recht konsistent darstellst, bleibt leider offen, was die Wünscherin auf das Schiff getrieben hat. Nun, eine Andeutung könnte sein, dass viele ihren Beruf ausüben und damit ihr schwierig machen einen Job zu bekommen. Da hätte ich in jedem Fall gerne mehr darüber gelesen. Gleiches gilt in abgeschwächter Form für die Mannschaft oder mindestens Cer.
Sie ergreifen die Möglichkeit, ihre Prioritäten zu ändern (die andere Aussage ist bloß vorgeschoben), als sie den Barbaren entkommen können. Find ich gut. Regt auch zum Nachfühlen an.
Schöne Namen, ausreichend viele Beschreibungen, könnten sogar noch mehr sein, aber ist ok. guter Satzbau, etwas zu oft die Verlaufsform (was ja schon angemerkt wurde), langsamer Spannungsaufbau, aber nicht zu langsam.
Fazit: Fein zu lesen und trifft meinen Geschmack recht gut.
Wünsch' Dir was,
krabbelchen
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Teja
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Verfasst: Do 14. Jun 2007, 20:57 |
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| Taschenbuch |
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Registriert: Sa 23. Sep 2006, 15:46
Beiträge: 496
Wohnort: Bei Heidelberg
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Hallo Krabbel,
uii, Du hast Dich an eine so alte Geschichte gewagt. Oje!.
Zitat: Daher ist meine Wahrnehmung natürlich ein bisschen getrübt. Das ist auch ganz gut so. *lach Dass sie sich von See her nähern, hängt aber nicht mit dem Horizont zusammen, oder? Wenn sie hinten rausschaut? Nee, hab schon verstanden und Du hast Recht. Er schaut nach vorn, sie nach hinten, aber es steht nicht drin. Zitat: Wirklich nicht Backbord und Steuerbord? *grins* Warum merkt hier jeder, dass ich eine Landratte bin? Danke für den erneuten Hinweis. Zitat: Ist dies ein Schifftyp aus Deiner Fantasie? Ansonsten wäre es ein Schoner. Siehe auch Wikipedia Beides. Habe Wiki gefragt und dann aus dem Schoner einen Schonher gemacht, weil es der Typ Schiff ist, den ich haben wollte. Ist eines der Wortspiele in der Geschichte. Meinst Du es ist etwas doof, wenn man ein Wortspiel macht, das wie ein Rechtschreibfehler aussieht? Ja, glaube ich auch. Allerdings bist Du der erste, der das gemerkt hat. Den Capt. habe ich ziemlich genau dargestellt, weil er der eigentliche Held der Geschichte ist. Enibas steht nur an zweiter Stelle. Was sie auf das Schiff getrieben hat? Für die Geschichte ist es eigentlich nicht wichtig, warum sie auf dem Schiff ist, darum habe ich das weggelassen. Zitat: Sie ergreifen die Möglichkeit, ihre Prioritäten zu ändern (die andere Aussage ist bloß vorgeschoben), als sie den Barbaren entkommen können Ganz genau. Zitat: etwas zu oft die Verlaufsform Ich war mal der Meinung, die Verlaufsform würde mehr Spannung in eine Geschichte bringen. Jetzt lasse ich das so stehen, als warnendes Beispiel für alle wie mich, die Anfangen zu schreiben und denken sie wüssten alles besser. Zitat: Schöne Namen, ausreichend viele Beschreibungen, könnten sogar noch mehr sein, aber ist ok. guter Satzbau, etwas zu oft die Verlaufsform (was ja schon angemerkt wurde), langsamer Spannungsaufbau, aber nicht zu langsam.
Fazit: Fein zu lesen und trifft meinen Geschmack recht gut.
Ich danke Dir. *strahl
CU
Teja
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