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Licht aus und sonstige Aktionen

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BeitragVerfasst: Do 06. Dez 2007, 14:34 
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Mi 07. Dez 2005, 21:00

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Hallo!

Ich habe gerade durch Zufall auf folgende Aktion gestolpert:

http://www.lichtaus.info/

Am 8 Dezember um 20 Uhr soll ganz Deutschland ihr Licht für fünf Minuten ausschalten. Diesmal eine Aktion von Bild, Pro7, Greenpeace usw.

In letzte Zeit versuchen auch diverse Leute und Gruppierung durch solche Aktionen irgendetwas gegen die Politik zu tun. Unter anderem auch die fragwürdige Aktion von Ende November, in der Leute aufgefordert waren, am Wochenende nicht zu tanken, um gegen die hohe Spritpreise vorzugehen.

Dabei eröffnen sich folgende Fragen:

1. Was bringt das ganze?

2. Können wir durch Mitmachaktionen wirklich etwas essenziell bewegen?

3. Welchen Zweck verfolgen die Gruppierung wirklich? Sind die Motivationen nicht eine großangelegte Werbekampagne für sich?

4. Wie ernst ist es alles?

Was denkt ihr darüber? Macht ihr mit oder ignoriert ihr das?

[font=Lucida Console] LG BELthorne [/font]

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BeitragVerfasst: Do 06. Dez 2007, 16:49 
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hi bel throne und ein dickes JAAAAAAAAAAAAAAAA
endlich wieder einmal eine dieser blinden Aktionen.

als ich das in der Werbung gesehen habe, habe ich gelacht und mir gedacht "hat ja auch lang genug gedauert bis mal wieder was kam was nichts bringt"

Was bringt das ganze? Ja das Frage ich mich auch. In meinen Augen ist es blinder Aktionismus. Die Welt wird nicht wegen 5 Minuten mehr Licht untergehen. Genauso wenig wie sie durch 5 Minuten Licht-Aus (von einem Land von insgesamt 192 auf der Welt) gerettet wird. 1. Ist Licht nur ein kleiner Teil an Verbrauch und ich denke Fernseher, Radio, Waschmaschine, PC oder ähnliches wird währenddessen weiterlaufen. 2. Auch wenn 5 Minuten lang in ganz Deutschland die Lichter ausgehen sollten (was zu bezweifeln ist weil solche aktionen nie landesweit einstimmig durchgeführt werden) werden die Kraftwerke für diese Zeit sicherlich nicht ausgemacht werden. Sprich da wo die Energie die wir Verbrauchen entsteht, wird weiter Produziert. MUSS produziert werden! Denn der Großteil wird direkt nach den 5 Minuten wieder Licht haben wollen. Es lohnt sich wirklich nicht in der Zeit irgendein Kraftwerk wirklich auszuschalten. Vielleicht vom Netz nehmen aber sicherlich nicht aus. (Wobei es , wenn sie es vom netz nehmen für die zeit, wahrscheinlich dann um 20:10 eine überlastung geben wird). 3. Wie ich shcon erwähnte wird durch 5 Minuten Licht nicht die Erde gerettet. Denn Millionen Autos werden fahren und Tausende Fabriken und ähnliches wird weiterlaufen. Wenn man der Erde wirklich helfen will muss man generell etwas ändern und nicht solche kleinaktionen starten. (Wobei der Klimaeffekt ja nicht nur unsere Schuld ist sondern teilweise auch natürliche Ursachen haben. Wir sind aber definitiv zu viel und bringen uns dadurch selbst in schwierigkeiten)

Zitat:
2. Können wir durch Mitmachaktionen wirklich etwas essenziell bewegen?

naja das habe ich ja eben auch schon erwähnt das es in meinen augen nichts bringt^^

Zitat:
3. Welchen Zweck verfolgen die Gruppierung wirklich? Sind die Motivationen nicht eine großangelegte Werbekampagne für sich?

sicher. es gibt kaum jemanden der etwas macht ohne jeglichen eigenen vorteil^^ erst recht nicht wenns sogar nachteile hätte

Zitat:
4. Wie ernst ist es alles?

ich denke schon das der klimawandel ernst ist, aber ich mache mich über manche sachen die in den medien zu diesem thema kommen auch gerne lustig da es auch schonmal halbwahrheiten, kurzsichtige sachen oder sonstiges ist (als beispiel hat man in den USA nun heraus gefunden das die vielen Scheidungen Schuld am Klimawandel tragen ;) )

ich werds ignorieren. Sicherlich muss langfritig und ernsthaft etwas geschehen, wobei wir uns nicht nur darauf konzentrieren dürfen es mit aller macht zu verhindern, sondern gleichzeitig schauen müssen was wir mit den eventuellen neuen begebenheiten machen können.
Solche Aktionen um das eigene gewissen zu beruhigen weil man sich schuldig fühlt kann ich nicht unterstützen und amüsiere mich drüber wenn ich davon höre.

DSOT


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BeitragVerfasst: Do 06. Dez 2007, 17:53 
Lexikon
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Beiträge: 2933
Hallo zusammen,

anscheinend schaue ich zu selten fernsehen im Moment, um von solchen Aktionen etwas mitzubekommen *g. Im Gegensatz zu Dark finde ich es nämlich nicht so sinnlos.
Die Frage ist ja: Was bringt das?
Auf jeden Fall wird es den Klimawandel nicht stoppen, aber ich denke, darum geht es hier auch nicht. Vielmehr soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie ernst die Lage ist. Was es bedeuten würde, ohne Licht zurecht zu kommen. Selbst wenn fünf Minuten nicht repräsentativ sind, man sitzt dann erstmal im Dunkeln, macht Kerzen an und merkt, dass es auch ohne geht. Für mich hieße das im Übrigen auch, dass Fernseher, Radio und sonstwiewas ausbleiben. Die Aktion kann man nur schlecht "Lichtfernseherradioautocdplayercomputerwaschmaschine aus" nennen.
Letztendlich muss man irgendwo anfangen, bzw. irgendwo weitermachen und ich glaube, für die meisten ist der Klimawandel ein Problem, das immer besteht und immer nebenrangig ist. Das geht mir oft nicht anders, aber eigentlich sind wir dran. Also sollten wir doch erstmal verstehen, dass wir es sind.

Dark hat geschrieben:
Wenn man der Erde wirklich helfen will muss man generell etwas ändern und nicht solche kleinaktionen starten.

Ja, und wann ist etwas generell? Funktionieren Großaktionen?
Findest du lichtaus sinnloser als Live Earth, weil letzteres größer ist?
Zitat:
Sicherlich muss langfritig und ernsthaft etwas geschehen, wobei wir uns nicht nur darauf konzentrieren dürfen es mit aller macht zu verhindern, sondern gleichzeitig schauen müssen was wir mit den eventuellen neuen begebenheiten machen können.

Langfristig und ernsthaft - aber wann fängt denn langfristig an? Nicht heute?
Dass die Situation anders ist, zeigt sich ja, aber wie soll man schauen, was man daraus machen kann, wenn das Bewusstsein dafür fehlt? Wie reagierst du auf den Klimawandel? Was machst du aus und mit den neuen Begebenheiten?

Liebe Grüße,
Libertine


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Re: Licht aus und sonstige Aktionen

BeitragVerfasst: Fr 07. Dez 2007, 10:46 
Buch
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Di 20. Dez 2005, 17:24

Beiträge: 736

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Hi

Bel Thorne hat geschrieben:
Unter anderem auch die fragwürdige Aktion von Ende November, in der Leute aufgefordert waren, am Wochenende nicht zu tanken, um gegen die hohe Spritpreise vorzugehen.


ich habe gerade an diesem Tag getankt ;)
Und wegen der "mangelnden Nachfrage" war der Sprit 6 cent günstiger :icon_eek
Dafür zog er am Tag drauf, als die ganzen Tankverweigerer zur Tankstelle eilten, richtig an.
Vor allem nutzt es nicht, solche Aktionen für Minuten, Stunden oder einzelne Tage zu machen. Wenn man was erreichen will, muß man so etwas durchziehen, bis der "Gegner" aufgibt. Alles andere ist sinnlos und blinder Aktionismus.

Bel Thorne hat geschrieben:
1. Was bringt das ganze?


mMn nichts, außer dass ein Haufen Leute im Dunkeln sitzt. Politik und Industrie lachen sich darüber krank. Da müßten andere Geschütze aufgefahren werden - beispielsweise jeder Bewohner Deutschlands läßt sich ein Solarpanel hinstellen, produziert selber Strom, den er ins Netz stellt (und sich durch die Betreiber bezahlen läßt). Damit erreicht man vielleicht etwas (z.B. dass der Anteil von Öko-Strom steigt)

Bel Thorne hat geschrieben:
2. Können wir durch Mitmachaktionen wirklich etwas essenziell bewegen?


Nein - durch 5 Minuten Lichtausschalten entsteht der Industrie kein Schaden (Licht ist einer den geringfügigen Stromverbraucher), darum wird niemand sich bemüßigt fühlen, etwas zu ändern.

Bel Thorne hat geschrieben:
3. Welchen Zweck verfolgen die Gruppierung wirklich? Sind die Motivationen nicht eine großangelegte Werbekampagne für sich?


Die Wahrscheinlichkeit dafür ist recht groß, dass außer Werbung nichts dahinter steht.

Bel Thorne hat geschrieben:
4. Wie ernst ist es alles?


Meinst du mit "das alles" den Klimawandel? Ich glaube schon, dass wir ein Problem haben (nicht die Natur - die wird sich selberhelfen. Aber ob die Art, wie sich die Natur hilft, uns gefällt oder gar gut bekommt, wage ich zu bezweifeln).

Bel Thorne hat geschrieben:
Was denkt ihr darüber? Macht ihr mit oder ignoriert ihr das?


Ich werd es ignorieren.
Als exzessiver Stromsparer besitze ich in fast ausschließlich Energiesparlampen (außer in Flur und Bad). Damit wäre meine Teilnahme an der Aktion kontraproduktiv, da ich durch das Aus- und Wiedereinschalten ein vielfaches an Strom verbraten würde.

Edit: Eine Energiesparlampe verbraucht bei einem einmaligen Einschalten soviel Strom wie bei 50 min Dauerbetrieb. Die Lebensdauer einer Energiesparlampe wird durch Ein- und Ausschalten extrem reduziert (was zu vorzeitigen Ausfall, verbunden mit mehr Müll, führt).

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BeitragVerfasst: Fr 07. Dez 2007, 14:48 
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Sa 29. Jan 2005, 19:31

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hi libbi^^

sicherlich muss man ein Bewusstsein dafür schaffen, doch ist es zum Teil auch bereits überdosiert. Viele meiner Mitschüler sind mit solchen Kommentaren aus dem Film von (mir ist sein Name entfallen, jedenfalls das mit der unangenehmen wahrheit da^^) "ja toll in 100 jahren wirds hier wärmer" "ja wärmer ist doch toll" "naja so kannst dus nicht sehen, aber was geht uns das schon an in 100 jahren"
tolle Einstellung oder? Und die wird auch nicht besser wenn sies noch mehr zu hören bekommen oder von solchen Aktionen erfahren.

Zitat:
Ja, und wann ist etwas generell? Funktionieren Großaktionen?

hab habe nie gesagt, dass ich es besser finde nur weil die Aktionen Größer sind. Auch weltweit 5 Minuten Lichtaus würde wahrscheinlich genauso viel bringen.
Ich meine es muss sich das Grunddenken ändern und damit die Einstellung. Gegen Aktionen ist auch natürlich nichts zu sagen, aber es nützt nichts wenn sie nur einmalig sind. Zumal ich nicht weiß wie die Stars zu dem Kopnzert gekommen sind, ich nehme mal an mit dem Flugzeug? *g*

Zitat:
Langfristig und ernsthaft - aber wann fängt denn langfristig an? Nicht heute?

Sicher kann es heute anfangen aber es darf dann nicht nach 5 Minuten wieder vorbei sein ;) und auch nicht morgen oder übermorgen. Langfristig bedeutet dann nunmal über einen langen Zeitraum hinweg.

Wie reagierst du auf den Klimawandel? Was machst du aus und mit den neuen Begebenheiten?
mh..ich bin traurig das wir unsere heimat und das wirklich wichtige für uns zerstören und so schlecht behandeln. Tjo wenn der Klimawandel kommt werde ich mich, so wie alle anderen es auch müssen, anpassen. Weil wie uns die Evolution lehrt: Wer sich nicht anpassen kann, stirbt.
Kann man sagen "die erde passt sich nicht an uns an, deswegen stirbt sie?" nein ich denke nicht da es nur ein scherz war^^


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BeitragVerfasst: So 16. Dez 2007, 16:26 
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Hi zusammen,

ganz schön interessant der Thread. Ich geh erstmal auf die Fragen am Anfang ein.

1. Was bringt das ganze?
Ein bisschen Öffentlichkeitswirksamer Wirbel, eine schöne Schlagzeile in der Zeitung mit den 4 Buchstaben im Titel und sonst niggs. Gar niggs.

2. Können wir durch Mitmachaktionen wirklich etwas essenziell bewegen?
Nein, weil sie schlecht koordiniert und die Beteiligung schlecht besucht ist. Und: Wer glaubt denn, dass ein Sonntag nicht tanken der Umwelt hilft? Ich muss Montags arbeiten gehen, da muss ich ja irgendwie hinkommen und dafür brauche ich Sprit. Ein autofreier Sonntag wie es irgendwann einmal in den 70ern verordnet wurde, bringt was, weil der Sprit tatsächlich gespart ist. Und: Hätte ich davon gewusst, hätte ich es wie Treogen gemacht.
Und: sobald es an den Geldbeutel geht, das heißt, für Produkte mehr bezahlen als notwendig, hört der Spaß auf. Oder warum eröffnen REWE, Penny, Aldi, Takko, kik, und wie sie alle heißen laufend neue Märkte, während die „Dritte-Welt-Läden“ und Reformhäuser, die saubere Produkte anbieten, nur kleine Läden irgendwo versteckt in der Ecke sind?

3. Welchen Zweck verfolgen die Gruppierung wirklich? Sind die Motivationen nicht eine großangelegte Werbekampagne für sich?
Doch. Und ein bisschen Panikmache ist auch dabei, die sich dann in sinnlosen Debatten totläuft.

4. Wie ernst ist es alles?
Der Ernst im Umweltschutz: Lachhaft
Der Ernst bei der Situation der vor die Hunde gehenden Umwelt: Ist schon zu spät und realistischerweise nicht aufzuhalten. Mitmachaktionen hin oder her.


Ich versuch jetzt mal, das Thema ein bisschen auszuführen und mit Beispielen zu belegen.

Der Klimawandel ist ein Produkt der Entwicklung der Nationen. Vor einigen Jahren habe ich gelesen, dass die Regierung der USA die Entwicklung einer Nation an ihrem Ausstoß an CO2 feststellt. Na Klasse. Da bleibt noch viel zu tun für Al Gore.
Das Problem bei der Sache ist, dass sich jetzt 1,3 Milliarden Chinesen und noch mal 1 Milliarde Inder auf den Weg zu einer industrialisierten Nation gemacht haben. Das bedeutet: Die bisherige Verschmutzung ist die Schuld der USA und Europas. Definitiv. Und wir müssen was dagegen tun. Jawohl. Wieviele Autos hat die deutsche Familie? Eins davon abzuschaffen wäre eine Maßnahme. Aber wer macht das schon?
Oder wollen wir hergehen und den Chinesen und Indern sagen „Schön, dass ihr bis jetzt kaum Strom hattet, kaum Auto gefahren seid, keine Playstation und keine industriell produzierten Lebensmittel hattet. LEBT GEFÄLLIGST AUCH SO WEITER! Damit das Klima, das wir kaputt gemacht haben, nicht noch weiter Schaden leidet!“ Damit würden wir diesen Menschen das Recht auf ein besseres Leben absprechen.
Wie lange die sich das wohl bieten ließen?

Der deutsche Umweltschutz ist wirklich besser dran. *gggg
Autos sind zum Beispiel für 10 – 20 % der CO2 Emissionen verantwortlich. Je nachdem, wer die Studie verfasst hat. Sofort ist eine CO2-Steuer im Gespräch, deren Erträge dann in irgendwelche Subventionen, z.B. für Kraftwerke und Industrie, die 60% des CO2 ausstoßen, fließt. Super. In einem Bericht im ZDF habe ich gesehen, dass irgendwo in Deutschland neue Braunkohle-Kraftwerke gebaut werden, die die nächsten zehn Jahre keine Auflagen von staatlicher Seite in Bezug auf den CO2-Ausstoß erfüllen müssen. Einwandfrei.
Aber wenn sie nicht gebaut werden, müssen wir den Strom in Polen, der Ukraine oder in Frankreich kaufen, und da die dort auch keine Auflagen befolgen müssen, machen wir doch lieber unseren „sauberen“ Strom.

Eine super Lösung ist die Mehrwegverpackung, zum Beispiel die Getränkeflaschen. Nur zum Kopfschütteln. Ich wohne im Süden und Jever ist laut Map24 sechshundertsechs Kilometer weit weg. Ein LKW braucht irgendwas zwischen zwanzig und dreißig Liter Sprit pro hundert Kilometer. Und weil ich unbedingt Jever trinken muss (muss ich nicht, ist mir zu bitter) fährt ein LKW die Strecke und transportiert 10760 Liter Bier pro Fahrt. Und fährt die leere Verpackungen wieder zurück. Und damit sind für die Leerfahrt zwischen 120 und 180 Liter Sprit (und das entstehende CO2) den Bach runter. Nur weil ich kein Heidelberger oder Eichbaum trinken will. Und die Brauerei im Nachbardorf gibt’s bald auch nicht mehr. Nicht gerechnet hierbei ist der Aufwand für das reinigen, trocknen und etikettieren der Flaschen.
Würde das also in der PET-Flasche ausgeliefert, könnte man etwas weniger als 100 l Sprit sparen. Pro Fahrt. Aber aus der PET-Flasche „kann man Bier ja nicht trinken“. Ich hab den Umweltsinn des Mehrwegs nie verstanden und ich habe Leute gefragt, auch beim GDB, ob sie das rechnen können. Ich warte heute noch.

Und wenn wir gerade beim Glas sind: Die witzigste Aktion ist die, Glas nach grün, weiß und braun zu sortieren und dann abholen zu lassen und wieder zu verwenden.
Es gibt immer irgendwelche Witzbolde, die das nicht trennen und einfach reinwerfen. Deswegen kommen alle drei Sorten in einen LKW, das Glas wird dann zertrümmert und eine Maschine sortiert die Scherben nach Farben. Aber im Nachbarkreis wird der Bürger weiter veräppelt, führt eine unsinnige Sortieraktion durch und meint am Ende noch, etwas für die Umwelt getan zu haben. Das ist der mündige Bürger.
Das gleiche ist das Phänomen des Joghurt-Becher-Spülens. Joghurt-Becher werden als Wertmüll sowieso geschreddert und danach gewaschen, weil das Material sauber sein muss. Der Wasserverbrauch des Individuums für das Spülen steht in keinem Verhältnis zum nicht vorhandenen Nutzen.

Wir können natürlich auch Bio-Sprit fahren. Ganz große Klasse. Schade nur, dass dort noch Regenwald steht, wo der Bio-Sprit wachsen soll. Aber das wird demnächst geändert, wenn der Europäer im Namen des Umweltschutzes nach Bio-Sprit verlangt. Da könnt ihr drauf warten.
Und genauso schade, dass ich zum Erzeugen in Brasilien, verarbeiten, transportieren und verteilen letztendlich genauso viel Energie in Form von Sprit, Strom, Spritzmitteln, etc verbrauche, wie ich erzeuge. Eine Null-Rechnung. Nur wird das öffentlich nicht zur Kenntnis genommen, weil es nicht in der Zeitung mit den vier Buchstaben steht, sondern in der ARD kurz vor Mitternacht unter der Woche in einem Kurzbericht kommt. Außerdem ist es unpopulär den Widersinn des Umweltschutzes aufzuzeigen. Da kommt man in den Ruf des Nicht-Umweltschützers. Und dann sind die Millionengewinner mit dem Lotto-Schein ja auch viel wichtiger.

Aber ich kann ja nicht nur maulen. Es gibt ja auch gute Sachen. Das Dosenpfand zum Beispiel. Ich fand es am Anfang hirnlos. Die in der Natur herumliegende, gemeine Dose schadet niemandem. Sie liegt da und verrostet. Sie gefährdet nichts und vergiftet kein Grundwasser, jedenfalls nicht so richtig. Gut, es sieht unschön aus, aber das ist noch keine Umweltgefahr und zu verhindern, dass Dosen in der Natur rumliegen ist auch nicht wirklich Umweltschutz. Und die Dosen, die wiederverwertet wurden, wurden zu neuen Dosen. War eigentlich umweltmäßig gesehen keine so schlechte Lösung.
Das ganze auf PET-Flaschen auszudehnen aber war genial! Wenn ich die Wahl habe, Erdöl zu verbrennen und zu verheizen oder es mehrfach zu nutzen, nämlich erstmal PET-Flaschen draus zu machen und dann die, dank Pfand, gesammelte Menge sortenreinen Kunststoff wiederzuverwerten, dann verwerte ich doch lieber. Z.B. in Müllverbrennungen, die seit der Müll-Trennung pures Heizöl zufeuern müssen, um den Dreck zu verbrennen, weil der Bundesbürger so tapfer den Müll trennt.
Widersinnig allerdings ist es, das Tetra-Pack auszunehmen. Das Tetra-Pack hat fünf Schichten aus Kunststofffolie, Alu-Folie und Papier. Diese können nur unter größtem Aufwand wieder getrennt werden. Nur für Milch sehe ich das ein. Milch in ungefärbten Glasflaschen geht kaputt und in der PET-Flasche auch.
Nicht zu vergessen dabei ist auch: Das PET das dann sortenrein vorliegt, kann zum Beispiel wieder zu Kraftstoff oder Gas gemacht werden. Und daraus kann man Kunststoff machen. Die Verfahren sind erfunden, es würde noch ein bisschen Entwicklungsarbeit kosten, und dann hätte man den perfekten Kreislauf. Allein es fehlt der wirtschaftliche (Öl und Gas sind noch zu billig) und staatliche Druck.

Mittlerweile wird wieder vermehrt mit Holz geheizt. Auch mit Pellets. Und diese Pelletöfen würden sich nach geringen Modifikationen dazu eignen Weizen, zu verheizen. Dann hätten auch die Bauern wieder was zu tun und könnten Weizen als Heizmaterial anbauern, statt Flächen brach liegen zu lassen und Höfe still zu legen. Das hilft zwar nicht beim CO2 Ausstoß, aber es hilft, endliche Ressourcen wie Erdöl zu sparen.
Nun habe ich aber lernen müssen, dass das moralisch nicht in Ordnung wäre. In Afrika verhungern Kinder und wir würden den Weizen verheizen. Okay, also wird kein Weizen sondern Öl verheizt und die Kinder verhungern trotzdem. Super Deal. Vor allem für die verhungerten Kinder.

Letztendlich ist das Geld und die Globalisierung an allem Schuld.
Geld in dem Sinn, dass man wirtschaftlich handeln muss, um zu überleben. Klar bezahlt freiwillig kein Privatmann oder Industrieunternehmen mehr als er oder es muss. Also muss möglichst billig produziert und gekauft werden.
Die Globalisierung kann nur funktionieren, wenn transportiert wird. Krabben werden von der Nordsee nach Marokko zum pulen und zurück geflogen (Damit die Krabben danach auch ja noch frisch sind). Die Krabben haben dabei immer minus 18 Grad, weil die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf. Außerdem gibt es noch keine Pulmaschine und Deutsche oder Polen oder Dänen oder sonst wer sind zu teuer. Also heißt das, den Sprit bei dem Flug in Stratosphäre blasen. Dann ist das CO2 schneller oben und muss nicht den langen Weg in Kauf nehmen.
Ich weiß, ich werde die Globalisierung nicht aufhalten, aber ich darf trotzdem stinkig auf sie sein.

Es gibt mehrere Motive für den Nicht-Umweltschutz. Hauptsächlich sind das aber das Geld, das jemand nicht verdienen würde und das Geld, das andere nicht ausgeben wollen. Und dann ist da noch der Lebensstandard, von dem niemand runter will (ich auch nicht) und zu dem andere hoch wollen.

Maßnahmen die Funktionieren:
Zum Beispiel die staatliche Förderung von Solarzellen auf dem Dach. Super Sache. Damit sparen wir uns einmal ein Kraftwerk. Und das meine ich ernst und nicht ironisch.
Aber das ist eine der Wenigen.

Was noch funktionieren würde:

Die Regierung verkündet, dass ab 2015 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr verkauft werden dürfen. Und ab 2020 darf kein Benzin mehr verkauft werden. Was glaubt ihr, wie die Autokonzerne entwickeln würden und das wäre zu schaffen. Das Problem dabei ist: Keine Regierung würde das je tun, weil dann die Spenden ausbleiben und die Lobbyisten den Sturz der Regierung schaffen würden. Die nächste Regierung würde die Maßnahme aufheben. Wie es irgendwann auch mit den Atomkraftwerken passieren wird.

Alle Menschen werden per Gesetz zu Vegetariern erklärt, denn der Anteil der Atmungs- und Verdauungsgase der Stalltiere an den klimaschädigenden Gasen ist erheblich. Wie die der Menschen auch.

Ganz einfach: Es dürfen nur noch die Energiesparlampen verkauft werden. Aber da tut sich ja auch niggs.

Wir steigen aus der Globalisierung aus und erheben Zölle auf Waren, die aus Ländern kommen, die nichts für den Umweltschutz tun. Hm.
Das wäre eine Maßnahme. Keine Produkte mehr aus China! Wir wären raus aus dem weltweiten Export. Würde ich aus politischen und wirtschaftlichen Gründen jetzt nicht empfehlen. Umweltschutz hin oder her.

Wir frieren die Anzahl der Menschen ein. Nur noch ein Kind pro Familie. Hat in China super funktioniert. Aus einer Milliarde Chinesen ist aufgrund des Gesetzes in den letzten zwanzig Jahren nur 1,3 Milliarden Chinesen geworden. Allerdings hat dieses Gesetz vielen neugeborenen Mädchen das Leben gekostet, weil die Familien lieber Jungs wollten.

Zwei Bedingungen für funktionierenden Umweltschutz:

Die Politik muss wollen.
Umweltschutz muss billiger werden als Nicht-Umweltschtuz.

Allein die Politik kann die Richtlinien für den Umweltschutz setzen. Und da versagen sie alle. Ob sie grün, gelb, rot, schwarz oder bunt sind. Sie versagen bei der Wahl zwischen dem was richtig ist und dem was kontraproduktiv aber populär ist. Denn auch im Umweltschutz funktioniert nur, was per Gesetz eingeführt und auch durchgeführt wird. Hm, bis auf so ein paar hunderttausend Diesel-Rußfilter die nicht filtern. Aber das war bestimmt nur ein Versehen.

Letztendlich gibt es Maßnahmen genug. Aber alle Maßnahmen hätten wirtschaftliche Auswirkungen, und zwar negative. Und bei solchen Auswirkungen schreit der Bürger gewöhnlich auf. Umweltschutz ja, aber nicht aus meinem Geldbeutel. Ich trenne schon meinen Müll. Das muss reichen.

Alles andere, mal ehrlich, ein Zeichen gesetzt? Fünf Minuten Licht aus? Und danach das Krabbenbrötchen aus dem Kühlschrank geholt und herzhaft reingebissen?
Da war fünf Minuten das Licht aus, aber der Strom musste weiter produziert werden, weil diese Anlagen sehr lange brauchen, um wieder hochgefahren zu werden. Die Umweltverschmutzung lief also weiter und der Bürger setzte ein Zeichen? Derselbe Bürger, der statt des Drei-Liter-Autos einen Fünfzehn-Liter-Geländewagen kauft? Derselbe Bürger, der Zigaretten holen fährt, weil es ein bisschen regnet? Derselbe Bürger, der … ach, was red ich. Der Umweltschutz klappt nicht, weil er an den Geldbeutel geht, keinen Spaß macht und nicht populär genug ist. Nur wenn Umweltschutz billiger ist als Nicht-Umweltschutz und zwar privat als auch in den Unternehmen, wird etwas getan werden.

Das hört sich jetzt ganz schön negativ an, aber nicht vergessen: Wenn die Damen und Herren Entscheider zu einem Umweltgipfel nach Bali fliegen können, dann kann es ja sooooo schlimm noch nicht sein. Als ob es ne Videokonferenz manchmal nicht auch tun würde.

CU
Teja


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BeitragVerfasst: Mo 17. Dez 2007, 09:31 
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@Teja: Klingt hart - aber ich stimme dir voll und ganz zu.

Und ich möchte ehrlich gesagt auch nicht mit den Lichtausschaltern auf eine Stufe gestellt, die in 25 Jahren ihren Enkeln davon erzählen, wie sie das Klima durch 5 Minuten Dunkelheit gerettet haben (während gleichzeitig der Fernseher lief und keiner zugeschaut hat).

LG
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BeitragVerfasst: Mo 17. Dez 2007, 10:26 
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Hallo,

ich habe von der Aktion erst durch Bel in diesem Post erfahren. Mich würde interessieren, wer denn eigentlich nun sein Licht ausgeschaltet hat?
Ich habs gemacht und dabei festgestellt, wie schön Kerzenlicht ist. Und das fünf Minuten ganz schön lange sein können. In meiner Umgebung in den anderen Fenstern und Wohnungen aber flackerte die Weihnachtsbeleutung fleißig weiter.
Ob es etwas bringt? Sei es nur ein Mensch, der mal wieder darüber nachdenkt, dann ja. Und meine Güte, was schadet es?
Wenn wir immer erst anfangen darüber zu diskutieren und dann eine Anti-das-bringt-doch-eh-nichts-Haltung annehmen, dann ändert sich nie etwas.
Ich glaube nicht, dass mit diesem fünf Minuten die Welt gerettet werden sollte. Aber ein zeichen gesetzt und sei es nur für unsere Enkel, die vielleicht wirklich frierend im Dunkeln sitzen müssen. Ach übrigens: Es gibt Länder, die ohne Strom auskommen müssen, weil beispielsweise die Anlagen nicht funktionieren oder alles so teuer ist. Das bisschen Solidarität hilft ihnen nicht? Physisch nicht, nein. Aber wir bestehen ja noch aus so viel mehr. ;)

@Dark:
Fernseher, PC und Co waren bei mir ebenso aus. Ich dachte, das hängt da alles dran, aber Du hast Recht, davon hatte niemand etwas gesagt, nur vom Licht. Mhm.

@Treogen:
Zitat:
(nicht die Natur - die wird sich selberhelfen. Aber ob die Art, wie sich die Natur hilft, uns gefällt oder gar gut bekommt, wage ich zu bezweifeln).

Kannst Du darauf näher eingehen?

@Teja:
Super Beitrag, aber auf den muss ich aus Zeitgründen später eingehen.


LG
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BeitragVerfasst: Mo 17. Dez 2007, 10:49 
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Hi Soleil
Soleil hat geschrieben:
Zitat:
(nicht die Natur - die wird sich selberhelfen. Aber ob die Art, wie sich die Natur hilft, uns gefällt oder gar gut bekommt, wage ich zu bezweifeln).

Kannst Du darauf näher eingehen?


Was ich meine, ist folgendes:
Es gibt einen Klimawandel - und der betrifft uns. Hauptsächlich uns Menschen. Wir bilden uns ein, die Krone der Schöpfung zu sein (und vergessen dabei ganz, das wir die Dinosaurier von morgen sind). Unsere Erde wird es überleben - egal was wir mit ihr anstellen. Die hat schon 'ne ganze Menge verkraftet. Nur wir - wir werden es (auf Dauer) höchstwahrscheinlich nicht überleben.

LG
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BeitragVerfasst: Mo 17. Dez 2007, 10:58 
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Hallo!

Ich will an dieser Stelle die Ergebnisse und News zu dem Aktionstag Lichtaus vorstellen. Die Fernsehsendung kann man bei www.lichtaus.info anschauen. Der Moderator gibt auch selbst zu, dass es nciht um Energiesparen geht, sondern um die Setzung eines Zeichens. Daher empfielt er auch, den Fernseher ruhig anzumachen.

Erstaunlich ist, dass ich sogut wie keine Ergebnisse der Aktion bei den großen Nachrichtenportalen gefunden habe. Selbst auf der Lichtaus Seite gibt es keine Statistiken, wie viele überhaupt mitgemacht haben. Vielelicht weiss einer von euch was darüber?

Ergebnisse der Aktion
Potsdamer ABC Nachrichten: http://www.potsdam-abc.de/news/index.php?rubrik=1&news=50035&typ=1


Inforationen über die Veranstaltung:

Beitrag von TAZ: http://www.taz.de/nc/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&dig=2007%2F12%2F08%2Fa0156&src=GI&cHash=2ff37b9c00
Die großen Teilnehmer: http://www.welt.de/welt_print/article1434253/Groverbraucher.html
Welt Online über mögliche Folgen: http://www.welt.de/welt_print/article1434251/Licht_aus_kann_Stromnetz_berfordern.html
SAT1: http://www.sat1.de/news/index.php?action=showarticle&article_id=174046&sourceurl=/politik/
Spiegel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,521721,00.html

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