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Foren-Übersicht » Die Geschichtenrubriken » Geschichten: Fiktion » Märchen

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Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 14 Beiträge ] 
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.....

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BeitragVerfasst: Mo 02. Nov 2009, 20:02 
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.....


Zuletzt geändert von SabineK63 am Di 12. Jun 2012, 15:19, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Di 03. Nov 2009, 19:28 
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Hallo Gernot,

es freut mich, dass Dir die Geschichte gefällt. Hab ich endlich mein "Soll" an "netten" Geschichten erfüllt. Jetzt darf ich wieder richtig fiese schreiben, nicht wahr? *ggg*

Gernot hat geschrieben:
Zitat:
Es kam vor, dass ihr Kleinigkeiten ins Auge fielen:
Vorschlag: dass Kleinigkeiten ihre Augen lockten.
Werde ich noch überlegen, auf Anhieb mag ich die Kleinigkeiten nicht personifizieren.

Gernot hat geschrieben:
Wochenlang durchstreiften sie Wiesen und Wald, drehten jeden Stein um, fanden ihr Kind jedoch nicht.
Umdrehen heißt, dass sie jeden Stein hochheben, um darunter zu schauen. Wenn ich das "um" weglasse, drehen sie die Steine wie Kreisel.

Die anderen Vorschläge übernehme ich gerne. Danke fürs Lesen!

Lieben Gruß
Sabine

p.s.: Mit dem schönen Banner bringst Du mich auf Ideen. Vielleicht sollte ich mir einen Titel zulegen, und eine Verbeugung verlangen? :musik


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Di 03. Nov 2009, 20:45 
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Mo 12. Jun 2006, 11:48

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Hi Sabine,

Mist, da war die Konkurrenz schneller :)
Jedenfalls bin ich gespannt.

SabineK63 hat geschrieben:
Die Kinder rannten durch die Halle, als gälte es, einen Wettbewerb zu gewinnen. Durch die Luft flog dabei ein aus Lumpen gefertigter Ball, den sie kreischend und lachend zu erobern suchten.

Ich glaub, „gälte“ gibt es nicht. Vielleicht „gölte“?
„dabei“ scheint mir ein Füllwort zu sein und ist unnötig.

SabineK63 hat geschrieben:
Weite Röcke bauschten sich um eine zierliche Gestalt mit langem Haar, schwarz und glänzend wie Rabenflügel.

Hm ... wird wohl stimmen, dass sie zierlich ist, aber wenn du von weiten und bauschigen Röcken sprichst, dann passt es nicht ganz.
Ich stelle mir eine Frau vor, bei der man vor lauter Kleid den Körper darunter nicht sieht.
Aber ich kann auch ein falsches Bild davon haben.
Ausserdem geht mir das mit den Rabenflügeln nicht auf. Ich sehe zwar ein, weshalb du das hier erwähnst (und auch weiter unten), aber Haare und Rabenflügel passen nach meinem Geschmack nicht so gut zusammen. Vielleicht könntest du mit dem Adjektiv „zerzaust“ ergänzen, also: „schwarz und glänzend wie zerzauste Rabenflügel“. Oder auch nicht ;)

SabineK63 hat geschrieben:
Flog ein Vogel vorbei, stellte Sonja sich vor, wie sie mit ihm flöge, hoch hinaus [Komma] und die Welt von oben sähe.


SabineK63 hat geschrieben:
Eines Tages verfolgte das Mädchen wieder einen Vogel, einen Raben mit seinen Blicken.

Wenn du „wieder einen Vogel“ weglässt und nur „verfolgte das Mädchen einen Raben...“, dann kann sich der Leser ergänzen, dass es „wieder ein Vogel“ ist. Du brauchst das nicht extra zu schreiben.

SabineK63 hat geschrieben:
Nur ein ganz kleines Stück, das war ja beinahe, als ob sie gar nicht in den Wald gänge

„ginge“

SabineK63 hat geschrieben:
Das Wasser jedoch funkelte klar in den Strahlen der Abendsonne und wies kein Staubkorn auf.

Ist das eine Redewendung? Oder hat sich da beim Überarbeiten/Löschen/Ergänzen etwas eingeschlichen?

SabineK63 hat geschrieben:
Zugleich senkte sich eine bleierne Schwere über sie. Angst hatte sie keine, im Gegenteil, sie fühlte sich wohlig warm und beschützt wie in den Armen ihrer Mutter.

Hm... Hier wird „bleierne Schwere“ mit „wohlig warm“ verglichen. Es wirkt dann so, als ob „bleierne Schwere“ etwas Angenehmes ist... was ich bezweifle.
Und wieso sollte sie hier Angst haben? Die Angst und der Gedanke an ihre Mutter kommen mir etwas sehr stark aus der Luft gegriffen vor. Vor allem aber die Angst.
Vielleicht etwas in die Richtung: „Zugleich legte sich ein wohlige Müdigkeit über sie. Sie fühlte sich zufrieden, sicher und wohl beschützt in den Armen ihrer Mutter“

SabineK63 hat geschrieben:
Von der Quelle stieg ein leichter Dunst auf, legte sich über das Kind und spann es ein [Kein Komma] in wunderbare Träume.

Kein Komma.
Ausserdem, falls du meinen Vorschlag von vorhin übernimmst, würde ich die Formulierung „legte sich über das Kind...“ abändern, da du sonst zweimal hintereinander „legte sich“ im Satz hast.

SabineK63 hat geschrieben:
Jetzt flog sie, dachte nur in Bildern, spürte den Aufwind unter ihren Flügeln,

„Aufwind“ klingt zu technisch und modern. „Wind“ reicht.

SabineK63 hat geschrieben:
Bertram aber sah eine junge Frau, wie sie begehrenswerter nicht sein konnte, eingehüllt von langem, schwarzen Haar, eine Gestalt [Komma?] wie eine Birke so schlank, die Hände so schmal, die Bewegungen so anmutig, dass sie nur von Adel sein konnte.

Nach „sein konnte“ würde ich einen neuen Satz beginnen.
Nach „eine Gestalt“ bin ich mir nicht sicher, ob dort ein Komma hin kommt.

SabineK63 hat geschrieben:
Das Schicksal hatte sie zusammengeführt. Das Schicksal ließ ihn vor ihr auf die Knie sinken und sie um ihre Hand bitten.

Hm... Zweimal „Schicksal“ in zwei Sätzen, macht für mich hier wenig Sinn. Du könntest die Sätze mit einem „und“ zusammenführen, dann würde er aber etwas zu lange.
Das unterstrichene „ihn“ würde ich hier durch „den Prinzen“ oder „Bertram“ ersetzen, sonst hast du etwas viele Pronomen in einem Satz.
Beim letzten Punkt, „und sie um ihre Hand bitten“, weiss ich nicht, ob ich das gut erklären kann... Als ich es gelesen habe, hab ich mich gefragt: „wer bittet jetzt um wessen Hand?“ Natürlich weiss ich, was du sagen willst, aber wenn ich den Satz aufteile kommt heraus: „Das Schicksal liess ihn vor ihr auf die Knie sinken“ und „Das Schicksal liess sie um ihre Hand bitten“
Sollte der Satz also nicht lauten: Das Schicksal ließ den Prinzen vor ihr auf die Knie sinken und ihn sie um ihre Hand bitten“? Klingt schrecklich, ich weiss, aber so ist’s – glaub ich – korrekt. Ich hab grad im Stil-Duden nachgesehen. Dort steht: „[jmdn.] um jmds. Hand bitten“. Das „jmdn.“, das in deinem Fall das „sie“ ist, kann man also weglassen.
Du könntest den Satz aber auch umformen, im Sinne von: „... und veranlasste ihn, um ihre Hand zu bitten“. Klingt immer noch nicht viel besser, aber vielleicht fällt dir etwas Besseres ein.

SabineK63 hat geschrieben:
Dabei verlangte ihr Herz danach, den Aufwind unter den Flügeln zu spüren, mit dem Sturm um die Wette zu krächzen.

Wiederum. Ich fände „Wind“ an dieser Stelle besser.

SabineK63 hat geschrieben:
Nachher konnte niemand sagen, von wem die einzelne schwarze Feder auf der Treppe stammte.

Ist es wichtig, dass es eine „einzelne“ ist? Du könntest auch schreiben: „... von wem jeweils die schwarze Feder auf der Treppe stammte“.


So. Genug der Details.

Als Ganzes finde ich die Geschichte sehr unterhaltsam. Sie ist leicht und flüssig zu lesen. :icon_thump
Kurz: sie gefällt.

Mir gefällt vor allem auch der Bruch am Ende, vom typischen Märchen zum untypischen. Damit holst du den Leser – so erging es mir zumindest – wieder auf den Boden der Tatsachen und erinnerst ihn, dass die Geschichte ja über die (in der Rahmengeschichte reale) Königin ist und nicht irgendeine erfundene Gestalt.
Schön finde ich auch, dass du das Ende offen lässt. Es wird nicht klar, ob die Berta die Geschichte nicht einfach nur erfunden hat oder ob ein Funken Wahrheit dahinter steckt (wenn nicht sogar die ganze Wahrheit).

Der einzige Kritikpunkt: Wo hast du hier „Relikt“ oder eine Abwandlung davon versteckt? Mir fällt gerade auf Anhieb nichts auf.


Gruss Vega

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Die Kunst des Lebens besteht nicht darin, nie zu stürzen, sondern nach dem Sturz wieder aufzustehen!
- by Vega

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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Di 03. Nov 2009, 22:00 
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So 26. Apr 2009, 17:19

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Hallo Vega,

zunächst mal Danke fürs gründliche Lesen und für die Mühe, die Du Dir gemacht hast. Schön, dass Dir die Geschichte gefällt.

Dann geh ich mal auf die Einzelheiten ein:

Vega hat geschrieben:
Ich glaub, „gälte“ gibt es nicht. Vielleicht „gölte“?
„dabei“ scheint mir ein Füllwort zu sein und ist unnötig.
Gälte gibt es schon, als Konjunktiv II von gelten. Gölte genauso. Wobei ich gölte einfach nicht mag, und deshalb gälte gewählt habe. "Dabei" war mal drin und mal draußen in dem Satz, blieb dann aber drin, weil manchmal auch ein Füllwort sinnvoll ist, solange es keine Gewohnheit wird.

Vega hat geschrieben:
Hm ... wird wohl stimmen, dass sie zierlich ist, aber wenn du von weiten und bauschigen Röcken sprichst, dann passt es nicht ganz.
Ich stelle mir eine Frau vor, bei der man vor lauter Kleid den Körper darunter nicht sieht.
Werde ich drüber nachdenken, für mich sind Röcke Kleidungsstücke, die von der Taille abwärts reichen, zumindest bei Frauenkleidern. Wenn sich weite Röcke bauschen, habe ich das Bild von der Kleidung zum Beispiel aus dem Rokoko.

Vega hat geschrieben:
Haare und Rabenflügel passen nach meinem Geschmack nicht so gut zusammen. Vielleicht könntest du mit dem Adjektiv „zerzaust“ ergänzen, also: „schwarz und glänzend wie zerzauste Rabenflügel“.
Muss ich mir vielleicht noch was überlegen, wenn es auch bei anderen als Bild nicht ankommt. Bei mir ist das Bild schon deutlich vorm inneren Auge, vielleicht, weil ich an wirklich lange Haare denke, die bei jeder Bewegung mitschwingen, und sich zum Beispiel beim Tanzen richtig ausbreiten. An glatte Haare, deshalb auch nicht zerzaust.

Vega hat geschrieben:
Wenn du „wieder einen Vogel“ weglässt und nur „verfolgte das Mädchen einen Raben...“, dann kann sich der Leser ergänzen, dass es „wieder ein Vogel“ ist. Du brauchst das nicht extra zu schreiben.
Brauche ich nicht, wollte ich aber an dieser Stelle. Ein Märchen wird erzählt oder vorgelesen, dabei habe ich verschiedene Sachen anders geschrieben, als ich es bei einer Kurzgeschichte tun würde.

Vega hat geschrieben:
SabineK63 hat geschrieben:
Nur ein ganz kleines Stück, das war ja beinahe, als ob sie gar nicht in den Wald gänge

„ginge“
Da war und bin ich mir nicht ganz sicher. Sie weiß ja, dass es gelogen ist, von daher habe ich Konjunktiv II gewählt, obwohl sich auch für mich "ginge" besser anhörte.

Vega hat geschrieben:
und wies kein Staubkorn auf.

Ist das eine Redewendung? Oder hat sich da beim Überarbeiten/Löschen/Ergänzen etwas eingeschlichen?
Weder noch, es war genauso beabsichtigt. Es war kein Staubkorn im Wasser.

Vega hat geschrieben:
Hm... Hier wird „bleierne Schwere“ mit „wohlig warm“ verglichen. Es wirkt dann so, als ob „bleierne Schwere“ etwas Angenehmes ist... was ich bezweifle.
Und wieso sollte sie hier Angst haben? Die Angst und der Gedanke an ihre Mutter kommen mir etwas sehr stark aus der Luft gegriffen vor. Vor allem aber die Angst.
Werde ich drüber nachdenken. Für mich kam die Angst aus der bleiernen Schwere und stand damit im klaren Gegensatz zu der wohligen Wärme. Ich sehe aber, dass es verwirren kann.

Vega hat geschrieben:
SabineK63 hat geschrieben:
Von der Quelle stieg ein leichter Dunst auf, legte sich über das Kind und spann es ein [Kein Komma] in wunderbare Träume.

Kein Komma.
Ausserdem, falls du meinen Vorschlag von vorhin übernimmst, würde ich die Formulierung „legte sich über das Kind...“ abändern, da du sonst zweimal hintereinander „legte sich“ im Satz hast.

Bei dem Satz werde ich den Vorschlag von Gernot übernehmen. Wenn ich ihn so behalten wollte, würde aber auch das Komma stehen bleiben. Es dient der Atempause beim Vorlesen.

Vega hat geschrieben:
„Aufwind“ klingt zu technisch und modern. „Wind“ reicht.
Aufwind trägt, Wind nicht unbedingt. Das Wort ist vergleichsweise modern, das stimmt. Wind ist mir aber etwas zu unspezifisch und eben nicht "tragfähig".

Vega hat geschrieben:
SabineK63 hat geschrieben:
Bertram aber sah eine junge Frau, wie sie begehrenswerter nicht sein konnte, eingehüllt von langem, schwarzen Haar, eine Gestalt [Komma?] wie eine Birke so schlank, die Hände so schmal, die Bewegungen so anmutig, dass sie nur von Adel sein konnte.

Nach „sein konnte“ würde ich einen neuen Satz beginnen.
Nach „eine Gestalt“ bin ich mir nicht sicher, ob dort ein Komma hin kommt.
Da werde ich eine andere Formulierung suchen. Der Satz ist zu lang, das stimmt. Aber dort zu trennen, finde ich auch nicht so gelungen, weil danach kein vollständiger Satz folgt. Bei dem Komma bin ich mir auch nicht sicher. Normalerweise hätte ich eines hingeschrieben, weil es ein Einschub ist, habe mir erstmal aber erlaubt, es wegen des Leserhythmus wegzulassen. Da lasse ich mich aber überzeugen.

Vega hat geschrieben:
Hm... Zweimal „Schicksal“ in zwei Sätzen, macht für mich hier wenig Sinn. Du könntest die Sätze mit einem „und“ zusammenführen, dann würde er aber etwas zu lange.
Kann sein, dass ich da etwas dick aufgetragen habe. ;-) Zusammenführen kommt wegen der Länge nicht in Frage. Vielleicht fällt mir ja noch etwas anderes ein, auch wenn ich mich nur ungern von meiner Dramatik trenne.

Vega hat geschrieben:
Das Schicksal ließ den Prinzen vor ihr auf die Knie sinken und ihn sie um ihre Hand bitten“?
Deine Anregungen dazu haben mir die Augen etwas geöffnet. Der Satz ist wirklich verwirrend und braucht einen Werkstattaufenthalt.

Vega hat geschrieben:
Ist es wichtig, dass es eine „einzelne“ ist? Du könntest auch schreiben: „... von wem jeweils die schwarze Feder auf der Treppe stammte“.
Es ist zwar nicht wichtig, dass es eine einzelne Feder ist, klingt für mich aber einfach besser.

Das Relikt hast Du nicht gefunden? Mit den Augen des Herzens sollst Du suchen. :icon_wink Oder Du lässt Deinen Mauszeiger über den Spoiler wandern. :icon_cool

SPOILER:
Die Sehnsucht ist das Relikt, und das aus ihr resultierende Verhalten.


Nochmals vielen Dank für Deine Mühe!

Lieben Gruß
Sabine


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Mi 04. Nov 2009, 00:09 
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Hi Sabine,

Gern geschehen.

SabineK63 hat geschrieben:
Gälte gibt es schon, als Konjunktiv II von gelten. Gölte genauso. Wobei ich gölte einfach nicht mag, und deshalb gälte gewählt habe.

Tatsächlich: „gälte“ gibt es wirklich. Habe ich schon wieder etwas gelernt.
Da beides existiert, ist es wohl Geschmacksache, also dir überlassen ;)

SabineK63 hat geschrieben:
Werde ich drüber nachdenken, für mich sind Röcke Kleidungsstücke, die von der Taille abwärts reichen, zumindest bei Frauenkleidern. Wenn sich weite Röcke bauschen, habe ich das Bild von der Kleidung zum Beispiel aus dem Rokoko.

Das habe ich mir dann nachher auch gedacht. Fakt war, dass ich darüber gestolpert bin und nachher versucht habe den Grund herauszufinden. Vielleicht war der Grund ein anderer. Vielleicht liegt es daran, dass ich wegen „Königin“ und „weiten, bauschigen Röcken“ auf eine mächtige und erhabene Gestalt geschlossen habe, statt auf eine zierliche. Und dann war ich verwirrt...
Eben, vielleicht liegt es nur an mir.

SabineK63 hat geschrieben:
Muss ich mir vielleicht noch was überlegen, wenn es auch bei anderen als Bild nicht ankommt. Bei mir ist das Bild schon deutlich vorm inneren Auge, vielleicht, weil ich an wirklich lange Haare denke, die bei jeder Bewegung mitschwingen, und sich zum Beispiel beim Tanzen richtig ausbreiten. An glatte Haare, deshalb auch nicht zerzaust.

Ja, zerzaust ist falsch. Am Anfang hatte ich gedacht, sie ist eine Wahnsinnige, dann hätte „zerzaust“ vielleicht gepasst. In dieser Geschichte aber nicht.
Was die Attribute angeht, die du den Rabenfedern und damit ihren Haaren zuschreibst (glatt, rabenschwarz, das Ausbreiten etc.), da stimme ich dir zu. Aber das auffälligste Attribut, die Dicke, stimmt nicht überein. Haare sind etwas Feines, Filigranes, als einzelne kaum sichtbar. Federn sind gross und breit.
Aber man kann darüber streiten, da es ja ein Märchen ist. Vielleicht hat sie wirklich so etwas wie Rabenfedernhaare. Das würde dann Rastas nicht unähnlich sehen :icon_mrgreen

SabineK63 hat geschrieben:
Vega hat geschrieben:
Wenn du „wieder einen Vogel“ weglässt und nur „verfolgte das Mädchen einen Raben...“, dann kann sich der Leser ergänzen, dass es „wieder ein Vogel“ ist. Du brauchst das nicht extra zu schreiben.


Brauche ich nicht, wollte ich aber an dieser Stelle. Ein Märchen wird erzählt oder vorgelesen, dabei habe ich verschiedene Sachen anders geschrieben, als ich es bei einer Kurzgeschichte tun würde.

Punkt für dich.

SabineK63 hat geschrieben:
Da war und bin ich mir nicht ganz sicher. Sie weiß ja, dass es gelogen ist, von daher habe ich Konjunktiv II gewählt, obwohl sich auch für mich "ginge" besser anhörte.

Betreffend „gänge“ und „ginge“...
„gänge“ ist nicht der Konjunktiv II von „gehen“. „gänge“ als konjugierte Verbform gibt es nicht, nur „ginge“. In diesem Fall bleibt dir keine Wahl, es sei denn, du möchtest bewusst die Konjugation umgehen.

SabineK63 hat geschrieben:
Am Rand war die Erde etwas sumpfig, Sonja sank mit den Füßen in den weichen Boden ein. Das Wasser jedoch funkelte klar in den Strahlen der Abendsonne und wies kein Staubkorn auf.
Zitat:
Ist das eine Redewendung? Oder hat sich da beim Überarbeiten/Löschen/Ergänzen etwas eingeschlichen?

Weder noch, es war genauso beabsichtigt. Es war kein Staubkorn im Wasser.

Ich nehme den ganzen Satz nochmals zur Hand. So wie ich das verstehe, schliesst du darauf, dass wegen des sumpfigen Rands und Sonjas Einsinken der Eindruck entstehen könnte, dass das Wasser schmutzig sein könnte.
Wenn es ein Tümpel wäre, könnten wir darüber streiten, aber es ist das Wasser „einer klaren Quelle“. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass eine Quelle sauber ist. Darum fand ich es komisch, wenn du auf etwas hinweist, das – zumindest für mich – sowieso offensichtlich ist.

Ich sehe aber ein, dass du hervorheben möchtest, wie beinahe schon zauberhaft sauber sie ist, um einen Hinweis darauf zu geben, dass sie keine gewöhnliche Quelle ist.
Also eine Art Mystifizierung der Quelle ... Falls du das wolltest, dann genügt der Satz „Das Wasser jedoch funkelte klar in den Strahlen der Abendsonne und wies kein Staubkorn auf“ dazu nicht. Du müsstest es noch etwas ausbauen. Vielleicht mit einem magischen Glitzern, oder einem „unnatürlichen“ Verhalten, das den Verdacht nahe legt, an der Quelle ist irgendetwas eigenartig.

SabineK63 hat geschrieben:
Vega hat geschrieben:
„Aufwind“ klingt zu technisch und modern. „Wind“ reicht.


Aufwind trägt, Wind nicht unbedingt. Das Wort ist vergleichsweise modern, das stimmt. Wind ist mir aber etwas zu unspezifisch und eben nicht "tragfähig".

Ich konnotiere „Aufwind“ zu stark mit Meteorologie oder maschinellem Fliegen. Und ich kann mir vorstellen, dass für Menschen in deinem Märchen, wo es bestimmt keine Flugzeuge gibt, es schwer vorstellbar wäre, dass Wind auch von unten wehen kann.
Ich will sagen: Aufwind als Begriff hat sich erst entwickelt, als man eine Unterscheidung auch gebraucht hat. Im Kontext deines Märchens sicher nicht. Höchstens von der Königin, aber die erzählt die Geschichte ja nicht.

SabineK63 hat geschrieben:
Vega hat geschrieben:
Ist es wichtig, dass es eine „einzelne“ ist? Du könntest auch schreiben: „... von wem jeweils die schwarze Feder auf der Treppe stammte“.


Es ist zwar nicht wichtig, dass es eine einzelne Feder ist, klingt für mich aber einfach besser.

Ich sage mir bei solchen Fällen immer: wieso verwenden, wenn es nicht wichtig ist?
Aber der bessere Klang reicht aus meiner Sicht als Argument ;-)

SabineK63 hat geschrieben:
Das Relikt hast Du nicht gefunden? Mit den Augen des Herzens sollst Du suchen. :icon_wink Oder Du lässt Deinen Mauszeiger über den Spoiler wandern. :icon_cool

*schäm*
Darauf hätte ich eigentlich schon kommen können/sollen.
Wobei, wenn ich mir recht überlege, ...
SPOILER:
Mir kommt vor, wie wenn die Sehnsucht der Königin etwas zu wenig präzise dargestellt wird, in der Rahmengeschichte.
Mir kam die Königin nicht vor wie eine arme, von Sehnsucht geplagte Frau, sondern eher wie eine verbitterte, gruslige, sogar leicht irre Frau. Ich denke nicht, dass das in deinem Sinne ist.



Gruss Vega

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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Mi 04. Nov 2009, 08:52 
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Fr 29. Feb 2008, 13:33

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Liebe Sabine,

mit ständig wachsender Verzauberung habe ich deine Geschichte gelesen. Deine Sprache glänzt wie die Rabenflügel und schwingt sich auch so leicht empor. Dass du mich (und die Kinder) am Ende so brutal in den Alltag zurück geschleudert hast, nehme ich dir fast ein bisschen übel. Schließlich gehen doch Märchen immer gut aus, oder?
Sogar "Der kleine Muck" (Hauff) hat am Ende sein Stöckchen und seine Schuhe zurück erhalten - also ... :icon_stroppy

Und natürlich gibt es ein paar Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind:
Zitat:
..., griff aber nicht ein.
An dieser Stelle war mir nicht klar, warum sie überhaupt eingreifen sollte. Schließlich sind es Kinder und sie spielen, was gäbe es Natürlicheres als das? Doch nicht nur wegen des Lärms? Vielleicht bin ich aber in dieser Hinsicht ein bisschen empfindlich :icon_neutral

Zitat:
sie schritt geradewegs zum Kamin, kehrte allen den Rücken zu und wärmte sich die Hände am Feuer. Nachher würde sie wieder auf die höchsten Zinnen steigen, stundenlang im kalten Wind ausharren
Sie kommt einem Wärmebedürfnis nach, im Wissen, dass sie in ein paar Minuten wieder durchgefroren auf den Zinnen stehen und da einige Stunden ausharren wird? - Nein, glaub ich nicht! :icon_snooty

Zitat:
...und ließ sich vom Wind hinfort tragen.
hinfort erscheint mir hier zu lyrisch, es wirkt übertrieben auf mich.

Jetzt das ENDE - das ENDE - das ENDE.
Mir ist schon klar, warum das Ende von Bertas Erzählung so aussehen muss. Die Königin muss schließlich einen Grund haben für das ganze Gekrächze und Gezeter. Aber der Bruch kam so unerwartet und brutal, dass der ganze Zauber schlagartig weg war. Möglicherweise ist das ja sogar deine Absicht, ein Märchen zu erzählen (bzw. erzählen zu lassen, faules Stück :icon_lol ), das im Alltag endet :fragen Ich jedenfalls war total verwirrt, auch wenn der letzte Absatz wieder ein wenig versöhnt.

Das Märchen geht hier (als Märchen) zu Ende:
Zitat:
Sie heirateten, bekamen zwei allerliebste Kinder und waren, ...


Die Wende zur Realität hat ihren Schluss hier:
Zitat:
Nachher konnte niemand sagen, von wem die einzelne schwarze Feder auf der Treppe stammte.


Und die komplette Geschichte wird hier geschlossen:
Zitat:
Mit diesen Worten, mit melodischer Stimme vorgetragen, verschwand sie auch schon wieder, überließ die Kinder ihrem Staunen und der Fürsorge von Berta.

Insgesamt ist das mindestens eine Schluss-Sequenz zuviel.

Das Märchen überzeugt mich sehr, mehr geht nicht. Aber diese Wende zur Realität muss meiner Meinung nach auch in der Realität stattfinden, gehört also aus dem Sperrdruck heraus.

Das Gefühl und diese gleichbleibend feine Sprache, das du in diese Geschichte gelegt hast, ist für mich ein wunderbares Erlebnis. Danke dafür, ich habe es sehr genossen.

Bis zur nächsten Geschichte alles Gute und schreib weiter so, das ist guuuut! :icon_thump

Viele Grüße
Porter

_________________
Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. Mark Twain, (1835 - 1910)


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Mi 04. Nov 2009, 16:50 
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So 26. Apr 2009, 17:19

Beiträge: 325
Hallo,

ein paar erste Änderungen habe ich jetzt eingebaut. Vielen Dank für Eure Tipps!

@Vega: Vielleicht sollte ich mir langsam mal einen Duden anschaffen. :duden Spätestens das "gehe/ginge" überzeugt mich, dass auf mein Gedächtnis kein Verlass mehr ist. Danke fürs Aufpassen. :icon_angel

Mit den Rabenflügeln werden wir wohl nicht mehr einig. Natürlich sind die Federn dicker als ein Haar. Aber so dicht habe ich den Raben normalerweise nicht vor Augen und mit Abstand sehen die Flügel glatt und glänzend aus. Wobei, das Bild hat sich in meiner Vorstellung jetzt zu einem Raben mit Rastalocken verändert, sieht cool aus. :icon_lol

Mit der Quelle lass ich mir noch was einfallen, das braucht aber eine Weile. Eigentlich habe ich ja damit gerechnet, jetzt einen Monat Ruhe mit der Geschichte zu haben.

SPOILER:
Die Darstellung als Verrückte war zumindest im ersten Teil durchaus beabsichtigt. Sonst wäre die Erklärung durch das Märchen nicht erforderlich gewesen. Das Märchen sollte dann die Sicht verschieben - vielleicht hat das nicht richtig funktioniert.


@Porter: Ob ich so viel Lob verkrafte, weiß ich noch nicht. :icon_redface Aber erstmal geht es runter wie Öl. :icon_angel Vielen Dank fürs Lesen und einige von Deinen Anmerkungen habe ich auch mit umgesetzt. Wobei es im Moment bei den drei verschiedenen "Schlussvarianten" geblieben ist, bis mir etwas anderes einfällt - bis dahin ist nur der Kursivsatz verschoben.

Berta hat ein Herz für Kinder, deshalb hat sie nicht eingegriffen. ;-) Im königlichen Festsaal Ball spielen? Zu Zeiten der Monarchie waren die Sitten vielleicht nicht ganz so locker. ^^ Der andere Hintergedanke von mir könnte, wenn auch erst später, im Text ersichtlich werden: die Rücksicht auf die Königin.

Weil Du nicht glaubst (und ich den Unglauben nachvollziehen kann), dass sie sich erst aufwärmt und dann auf die Zinnen steigt, habe ich glatt mein ungeliebtes Plusquamperfekt ausgepackt, damit sie nicht nur Pause zwischen zwei Kälteschüben macht, sondern rein ins Warme kommt. :icon_cool

Du findest das Ende brutal? Du kennst mich nicht. :musik Aber bei Märchen hast Du eigentlich Recht, sie sollten eine Aufwärtsentwicklung beinhalten. Vielleicht ist es ja einfach ein Märchen in einem Märchen ...

Liebe Grüße
Sabine


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Do 05. Nov 2009, 09:13 
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So 19. Jul 2009, 17:43

Beiträge: 296
Hallo liebe Sabine,

ich habe Deine Märchengeschichte von der Sehnsucht sehr gerne gelesen und bleibe nachdenklich träumerisch zurück. Hat mir sehr gefallen. Danke dafür.

Kleine Anmerkung:
Sabine hat geschrieben:
So berückend schien ihm das Mädchen, dass er wünschte, sie wäre Wirklichkeit, als er sich zum Wasser beugte und das Nass mit beiden Händen in seinen Mund schöpfte.
So bedrückend ...

Darf ich Dir meinen Lieblingssatz mitteilen?
Sabine hat geschrieben:
Ihr Rabe, denn insgeheim war es längst schon ihrer geworden, flog weiter von Ast zu Ast ...
Du weißt ja, ich habs in Deinen Geschichten mit Liebelingssätzen. :icon_wink

Dem dicken Lob meiner Vorredner schließe ich mich vorbehaltlos an.

Liebe Grüße,
Bianka

_________________
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. Voltaire


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Do 05. Nov 2009, 13:02 
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Fr 29. Feb 2008, 13:33

Beiträge: 113

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München
Servus Sabine,

ich hab mir die Geschichte nochmal reingezogen und tief inhaliert :icon_content

Mir fehlt jetzt nichts mehr! Alles da! Klasse!

Ich les nochmal, da muss doch was zu finden sein ... :icon_razz

Liebe Grüße
Porter

_________________
Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. Mark Twain, (1835 - 1910)


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Do 05. Nov 2009, 17:34 
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So 26. Apr 2009, 17:19

Beiträge: 325
Hallo Bianka,

zum Träumen ist die Geschichte auch gedacht, nichts Weltbewegendes, einfach ein bisschen Entspannung. :icon_angel

Bianka hat geschrieben:
Kleine Anmerkung:
Sabine hat geschrieben:
So berückend schien ihm das Mädchen, dass er wünschte, sie wäre Wirklichkeit, als er sich zum Wasser beugte und das Nass mit beiden Händen in seinen Mund schöpfte.
So bedrückend ...
Berückend ist ein anderes Word als bedrückend. Vielleicht muss ich noch einen Ersatz suchen, es ist etwas altmodisch und nicht jeder kennt es.

Bianka hat geschrieben:
Du weißt ja, ich habs in Deinen Geschichten mit Liebelingssätzen. :icon_wink
Was mich sehr freut, weil ich gerne mit Worten spiele. :D

Hallo Porter,

Porter hat geschrieben:
und tief inhaliert :icon_content
Langsam mache ich mir Gedanken, ob ich die falschen Gräser auf der Wiese wachsen ließ. ;-)

Porter hat geschrieben:
Ich les nochmal, da muss doch was zu finden sein ... :icon_razz
Trau Dich ruhig, wenn nichts mehr zu finden wäre, kann etwas nicht stimmen. :alien

Dank Dir nochmal fürs Lesen und für Deine gute Meinung.

Liebe Grüße
Sabine


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: So 08. Nov 2009, 21:23 
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Mo 28. Sep 2009, 18:57

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Hallo, Sabine!

Ich habe mich mal an deine Kurzgeschichte herangewagt. Sprachlich haben meine Vorredner gute Arbeit geleistet, so dass ich hier nur ein paar meiner Gedanken anführen kann:

Zitat:
Als alle Köpfe nacheinander zustimmend genickt, und die Kinder sich um den Tisch herum versammelt hatten, begann sie ihre Erzählung

Das scheinen mir aber sehr wohlerzogene Kinder zu sein, normalerweise sind sie doch lauter.
"Au ja, eine Geschichte!"
"Erzähl, los!"
"Worum geht es denn?"
"Sei still, sonst kann sie ja gar nicht anfangen!"
"Sei doch selber still!"
"Psst!"

... usw. usw.
naja, man muss es ja nicht ausarten lassen, aber dass sie einfach nur nicken und dann still sind, erscheint mir schon ziemlich erwachsen.

Zitat:
Es begab sich vor vielen Jahren. Da lebte ein Müller mit seiner Frau und seiner Tochter in einem kleinen Dorf am Rande eines großen, verwunschenen Walds.

Gramatikalisch ist hier alles korrekt, aber der erste Satz erscheint mir ein wenig auf verlorenem Posten zu sein. Es begab sich vor vielen Jahren PUNKT ...
In meinen Augen liest sich das nicht schön, ich würde dir vorschlagen, anstelle des Punkts einfach ein Komma zu setzen.
Es begab sich vor vielen Jahren, da lebte ein Müller mit seiner Frau...


Das wars auch schon. Zum inhaltlichen kann ich folgendes sagen:
Zunächst hatte ich den Eindruck, dass es in deinem Märchen um eine typische, altbackene Moral geht, nämlich dem "Geh nie mit fremden Leuten mit!". Wie Sonja spielerisch dem Raben folgt und der das Kind immer wieder lockt und ihm am Ende sogar "was Süßes" in Form der Quelle gibt, da hat sich bei mir automatisch das Bild des Pädophilen, der Kinder zu verführen versucht, aufgebaut.
Je weiter ich kam, desto unschlüssiger wurde diese These, denn Sonja hätte irgendwie bestraft werden müssen, dass sie dem Fremden gefolgt ist. Stattdessen bekommt sie am Ende einen Prinzen, was ja die verdiente Belohnung für gute Märchenmädchen ist.

Deshalb habe ich es ein zweites Mal gelesen und da ich dieses Mal wusste, worauf ich achten musste, habe ich die "Moral" und das Relikt deiner Geschichte entdeckt.
Beim zweiten Mal fiel mir auf, dass sie als Rabe frei und vor allem glücklich war, was sie später, als Königin, nicht mehr wirklich ist. Zwar ist das Ende mit der Hochzeit durch andere Märchen ziemlich positiv vorbelastet, aber wenn man sich mal genau ansieht, wie es sich für Sonja entwickelt, so hat es sich doch zum schlechten gewendet.
Sie hat (mehr oder weniger) freiwillig ihre Freiheit aufgegeben, um ein Leben im Wohlstand und in Sicherheit zu bekommen. Doch es scheint, als wäre ihr die Freiheit mit all ihren Strapazen (z.B. der Kälte des Winters) lieber gewesen. Einzig ihre seltsamen Momente, wenn sie zu krächzen anfängt oder aufs Dach klettert, erinnert noch an ihre einstige Freiheit und sie sind die Relikte, die ich in deiner Geschichte gefunden habe. Ob ihre Freiheit nun darin bestand, dass sie fliegen konnte, oder ob das nur metaphorisch für das Jagen der eigenen Träume steht, bleibt Interpretationsfrage
[/meine Interpretation]

Dramaturgisch muss ich sagen, dass deine Geschichte schön aufgebaut ist. Man lauscht während des Märchens einem anderen Märchen, das war eine sehr gute Idee.
Was mich ein wenig stört, ist, dass die Sonja in der ersten Szene so überhaupt nicht mehr zur Sonja in Bertas Geschichte passt, im fiktiv-realen Leben ist sie ziemlich verbittert und jähzornig und das hat mich im Nachhinein ein wenig irritiert.
Auch ist es schnell abzusehen, dass die Sonja aus Bertas Geschichte auch die Königin ist, vor allem ihr rabenflügelartiges Haar entlarvt sie schnell, so dass es auf mich nicht überraschend gewirkt hat, als ihr Geheimnis entlüftet wurde.

Du hast wirklich gute Arbeit geleistet, deine Geschichte war flüssig zu lesen und hat mich gut unterhalten.

Liebe Grüße!
Gerom

_________________
"Any society that would give up a little liberty to gain a little security will deserve neither and lose both."
- Benjamin Franklin


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Mo 09. Nov 2009, 08:29 
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Beiträge: 325
Hallo Gerom,

vielen Dank fürs Lesen und für die Gedanken, die Du Dir zu meinem Märchen gemacht hast. :D

Bei den verhältnismäßig braven Kindern dachte ich an Kinder, die in einer früheren Zeit vorzeitig erwachsen sein mussten, schon in der Kindheit arbeiteten und in diesem Fall auch nicht zu Hause lebten, sondern in einer Umgebung, die sie eher einschüchtert. Aber vielleicht werde ich Deinen Vorschlag trotzdem aufgreifen, und sie zumindest etwas "normaler" sein lassen.

Die eher unsympathisch wirkende Königin im ersten Teil ist auch Vega schon aufgefallen. Ich überlege, ob ich den einen Satz über ihr Verhalten in besseren Tagen noch ergänze, damit das Bild etwas ausgewogener wird. Die unerfüllte Sehnsucht lässt sie manchmal bitter werden, aber eben nur zeitweise. Es sind ja oft diese Extremsituationen, die unsere Vorstellung von einem Menschen mehr prägen, als der normale Alltag.
Deine Interpretation trifft meine Vorstellung, die ich beim Schreiben hatte, schon ziemlich genau. :icon_cool

Dass Sonja die Königin ist, habe ich nicht versucht zu verbergen. Außer für die Kinder war es nicht als Überraschungseffekt geplant. Und auch diese sollten die Königin ja wiedererkennen in der Geschichte, sich vielleicht nur fragen, wie aus dem unbeschwerten Mädchen jemand werden konnte, der so launisch ist.

Nochmals lieben Dank für Deine ausführliche Besprechung.

Lieben Gruß
Sabine


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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2010, 11:41 
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Hallo Sabine,

gelesen habe ich die Geschichte schon einmal, aber leider nie etwas dazu gesagt. Das möchte ich nun nachholen.

Zitat:
Und Sonja hatte an den schönen Raben gedacht, und daran, wie gerne sie selbst flöge.

fliegen würde
(Wobei das andere auch nicht falsch ist, nur eben der Sinn liegt in der verwendeten Zeit, denke ich.)


Was bleibt noch zu sagen, außer, dass dies ein wunderschönes Märchen ist? Zwar geht es nicht gut aus (im Sinne von "Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage"), aber das verzeiht man gern.
Nicht nur die Kinder hingen an den Lippen der Köchin. Das einzige, das ich mich frage ist, ob sie nie nach ihren Eltern gesucht hat?
Wirklich eine der besten Geschichten, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Danke dafür.


LG
Soleil

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Re: Rabenflügel - Beitrag zum 6ten VeWe-Schreibwettbewerb 2009

BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2010, 21:35 
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So 26. Apr 2009, 17:19

Beiträge: 325
Hallo Soleil,

danke für Deinen netten Kommentar. Das Märchen hatte ich schon beinahe wieder vergessen.

Lieben Gruß
Sabine


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